Wirtschaft
28.03.2017

Feuerwehrausrüster Rosenbauer leidet am niedrigen Ölpreis

Der Umsatz legte 2016 leicht zu, der Gewinn fiel niedriger aus, die Dividende wird gekürzt.

Der Feuerwehrausrüster Rosenbauer kürzt nach einem leichten Ergebnisrückgang 2016 die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr von 1,50 auf 1,20 Euro je Aktie. Die Umsätze stiegen zwar leicht, der operative und der Nettogewinn lagen aber unter 2015. Die weltweite Feuerwehrbranche wuchs 2016 kaum, der niedrige Ölpreis sowie die politischen Unruhen belasteten.

Die Umsätze stiegen 2016 zwar von 865,4 auf 870,8 Mio. Euro, das operative Ergebnis (EBIT) sank jedoch - wegen politischer Instabilitäten und Sondereffekte - von 50,6 auf 47,0 Mio. Euro, erklärten Rosenbauer-Chef Dieter Siegel und Finanz-Vorstand Günter Kitzmüller bei der Präsentation der Bilanz am Dienstag.

Niedriger Ölpreis drückt Auftragslage

Der Auftragsbestand zum 31. Dezember lag mit 739,7 Mio. Euro deutlich unter jenem von Ende 2015 (797,5 Mio. Euro). Der Nettogewinn betrug 36,8 (46,6) Mio. Euro, geht aus dem Jahresfinanzbericht hervor. Der Mitarbeiterstand per 31.12. stieg durch Firmen-Zukäufe auf 3.375 (3.086). Im Stammwerk im oberösterreichischen Leonding werden heuer wie bereits im Vorjahr allerdings noch rund 65 Mitarbeiter abgebaut. 2016 wurden dort wegen Auftragsschwächen im wichtigen Markt Mittlerer Osten nur 100 statt 120 Feuerwehrfahrzeuge gebaut.

Die Dividendenkürzung schlagen Vorstand und Aufsichtsrat „angesichts der steigenden politischen Instabilitäten in den internationalen Märkten und der Investitionen in die Entwicklung zukunftsweisender Feuerwehrfahrzeuge“ der Hauptversammlung vor. Das Ausschüttungsvolumen würde damit von 10,2 Mio. auf 8,2 Mio. Euro sinken. Für 2017 rechnet Rosenbauer „mit einer ähnlichen Entwicklung wie 2016“.

Es seien vor allem die Länder mit kontinuierlichem Beschaffungswesen und/oder erhöhtem Sicherheitsbedürfnis nach Natur- oder Terrorkatastrophen, die zur Zeit die Nachfrage tragen würden. Die Rückgänge im Mittleren Osten konnten 2016 durch starke Auftragszuwächse auf dem deutschen Markt, Großbritannien und Nordamerika weitgehend kompensiert werden. Offen ist, ob heuer einer von mehreren zeitlich verschobenen Großaufträgen realisiert werden könne.

Hoffen auf Westeuropa und Nordamerika

Die Märkte Westeuropas sollten 2017 wieder leicht zulegen, in Süd- und Osteuropa sei keine Veränderung in Sicht. Nordamerika erhole sich Anfang 2017 und lasse wieder einen Anstieg der Volumina erwarten. Wenig Aussicht auf Verbesserung gebe es dagegen in Ländern mit starker Abhängigkeit vom Ölpreis, da sich der niedrige Preis weiter auf die staatlichen Budgets auswirke, so Siegel.

Wenig Befürchtungen haben die Rosenbauer-Manager für ihr USA-Geschäft. Rosenbauer sei in den USA ein amerikanisches Unternehmen, sollte man zusätzliche Komponenten nicht mehr importieren dürfen, könnte man sie vor Ort zukaufen