420 Kräne erledigen teils schwierigste Einsätze

© Felbermayr

Schwertransport und Hebetechnik
11/06/2019

Felbermayr mit Großinvestition in Wels

Kran-Spezialist errichtet neue Firmenzentrale auf einem Areal von 14 Fußballfeldern. Windanlagen-Geschäft soll erweitert werden.

von Anita Staudacher

Die neue Autobahnanschluss-Stelle „Wels Wirtschaftspark“ ist fast fertig. Im Dezember wird sie eröffnet. Beim Bau der zwei Kreisverkehre wurde extra darauf geachtet, dass Schwertransporter sie überfahren können. Müssen sie auch, denn die auf Schwer- und Sondertransporte spezialisierte Welser Unternehmensgruppe Felbermayr bezieht im neuen Wirtschaftspark schon bald eine Firmenzentrale der Superlative.

Auf einer Fläche von 100.000 Quadratmetern, das entspricht 14 Fußballfeldern, werden in eineinhalb Jahren Büroflächen, Werkstätten, Hallen, Tiefgarage sowie ein eigenes „Sozialgebäude“ errichtet. In dieses ziehen ein Kindergarten, ein Fitnesscenter sowie ein Mitarbeiterrestaurant ein. Rund 55 Millionen Euro kostet die „Jahrhundertinvestition“ wie es der Welser Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner anlässlich eines Betriebsbesuchs des KURIER nennt.

Firmenchef Hort Felbermayr will mit der Großinvestition „eine optimale Arbeitsumgebung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen“. 700 Mitarbeiter sollen hier 2021 einziehen. Gute Fachkräfte zu finden werde immer schwieriger, berichtet Felbermayr: „Die Zeiten, als ein gutes Image ausreichte, sind endgültig vorbei“.

Kran-Spezialist

1942 als „Ein-Bagger-Unternehmen“ gegründet zählt Felbermayr heute zu den europaweit führenden Unternehmen im Bereich Spezial- und Schwertransport, Hebetechnik und Spezialtiefbau. An 69 Standorten in 19 Ländern sind 2700 Mitarbeiter beschäftigt, 2000 davon in Österreich. Im Vorjahr wurden in der Gruppe 637 Mio. Euro umgesetzt. „Das beste Jahr in der Firmengeschichte“, so Felbermayr, der das Familienunternehmen in dritter Generation führt.

Etwa zwei Drittel des Umsatzes entfällt auf die Transport- und Hebetechnik. Bekannt, weil weithin sichtbar, ist Felbermayr durch seine blauen Raupen- und Mobil-Kräne mit Hakenhöhen von bis zu 200 Meter. 420 Stück besitzt das Unternehmen. Sie übernehmen teils schwierigste Manöver wie die Aufstellung von Windkraftanlagen oder Ladevorgänge auf Häfen.

Stolz ist der Chef auf seinen Super-Kran LR11000, der eine Traglast von 1000 Tonnen schafft. Gemeinsam mit den Tochterunternehmen Bau-Trans und Wimmer Maschinentransporte bewegt Felbermayr jährlich 300 Schwerlastgarnituren durch Europa. Dabei positioniert sich das Unternehmen als „Full-Service-Anbieter“ auf Straße, Schiene und Wasser.

Ein Kunde ist etwa Siemens. Felbermayr transportiert 400 Tonnen schwere Trafos vom steirischen Werk in Weiz zum Schwerlasthafen in Linz, wo sie per Spezialschiff weitertransportiert werden. In Linz, Wien und Krefeld besitzen die Welser eigene Schwergutterminals, an denen Lasten mit bis zu 600 Tonnen Gewicht umgeschlagen werden. Gute Miet-Geschäfte macht das Unternehmen ferner mit seinen 3.000 Hebebühnen, Gabelstaplern und Teleskopladern.

Mehr Windkraft

Die Auftragslage im Windkraftanlagen-Bau sei zuletzt rückläufig gewesen, berichtet Felbermayr. Er will in diesem Segment künftig als „Komplettanbieter“ auftreten und zu Transport und Hebeleistung auch Montage anbieten.

Im Baubereich reicht die Palette von klassischen Tiefbautätigkeiten wie Brücken-, Straßen- und Kanalbau bis hin zum Kraftwerksbau und Baustoffrecycling. Die größte Baustelle hat Felbermayr derzeit aber bei sich zu Hause in Wels. Die Bauleistung für die Firmenzentrale beträgt 20 Millionen Euro.

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