Im Städtetourismus läuft es noch nicht gut

© APA

Wirtschaft
07/01/2020

Fast 140.000 Juni-Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

Corona-Lockerungen sorgen für leichten Rückgang gegenüber Mai, aber Lage bleibt weiterhin angespannt

Die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt hat sich im Juni trotz der vielen Lockerungen in der Gastronomie und Hotellerie nur leicht gebessert. Ende Juni waren 463.505Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet oder in einer Schulung, das sind um 139.300 oder 43 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag in Österreich mit 10,1 Prozent, um 3,6 Prozentpunkte höher als im Juni 2019.

Im Vergleich zum Vormonat Mai ging durch das Wiederhochfahren der Wirtschaft die Zahl der Arbeitslosen um 54.000 zurück, insbesondere im personalintensiven Tourismus. Traditionell ist in Österreich die Juni-Arbeitslosigkeit niedriger als die Mai-Arbeitslosigkeit. Am höchsten war der Anstieg im Jahresvergleich dennoch in den beiden Tourismus-Hochburgen Tirol und Salzburg (siehe Grafik), die stark von ausländischen Gästen abhängig sind. Besser läuft es derzeit in Ostösterreich, wo der Anstieg mit 34 Prozent deutlich geringer ausfiel.

Weniger Beschäftigte

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ging im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat laut vorläufiger Prognose um 3,3 Prozent auf 3,702 Millionen zurück. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen schrumpfte um 25 Prozent auf rund 63.000.

Lehrlingsbonus startet

Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der offenen Lehrstellen. Die Regierung will mit einem Lehrlingsbonus in Höhe von 2.000 Euro pro neu aufgenommen Lehrling gegensteuern. Der Bonus kann ab sofort beantragt werden. Der Betrieb erhält 1.000 Euro bei Beginn der Lehre und weitere 1.000 Euro, wenn das Lehrverhältnis nach der dreimonatigen Probezeit bestehen bleibt. Nähere Infos dazu unter lehre-foerdern.at

750.000 in Kurzarbeit

Zu den Arbeitslosen kommen weitere rund 750.000 Beschäftigte, die sich laut Ministerium derzeit in Kurzarbeit befinden. Die Zahl ist gegenüber dem Höchststand von 1,3 Millionen im Mai durch das Auslaufen der Förderphase 1 deutlich gesunken.  "Derzeit verzeichnen wir rund 23.400 Verlängerungsanträge. Wir sehen, dass vor allem größere Betriebe die Kurzarbeit nicht für alle Mitarbeiter verlängern", erläuterte Arbeitsministerin Christine Aschbacher.

Bisher hat das AMS rund 3 Mrd. Euro an über 100.000 Unternehmen ausgezahlt. Von den eingelangten Abrechnungen seien 92 Prozent bearbeitet, so Aschbacher.  AMS-Chef Herbert Buchinger ging zuletzt nicht davon aus, dass das Gesamtbudget von 12 Mrd. Euro tatsächlich ausgeschöpft werden wird. Aschbacher verweist darauf, dass viele Betriebe mehr hätten arbeiten können als bei der Beantragung der Kurzarbeit erwartet.