© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
05/19/2021

EZB sieht erhöhte Risiken für Finanzstabilität nach der Pandemie

Die Währungshüter rechnen für die Zeit nach der überstandenen Corona-Pandemie mit deutlich mehr Insolvenzen.

Europas Währungshüter sehen auch für die Zeit nach der Coronakrise erhöhte Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum. Insbesondere in einigen Ländern des Währungsgebiets seien "deutlich höhere Insolvenzquoten als vor der Pandemie nicht auszuschließen", konstatierte die EZB am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung ihres Finanzstabilitätsberichts. Das könnte wiederum Staaten und Banken belasten, welche die Unternehmen während der Pandemie unterstützten.

"Eine höhere Schuldenlast der Unternehmen in Ländern mit größeren Dienstleistungssektoren könnte den Druck auf Regierungen und Banken in diesen Ländern erhöhen", erläuterte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des Berichts, den die Notenbank halbjährlich vorlegt.

Für Banken könnten sich mögliche Kreditrisiken erst mit Zeitverzug materialisieren, warnte die EZB. Die Institute sollten sich mit einer erhöhten Vorsorge für mögliche Ausfälle rüsten. Die Profitabilität der Geldhäuser im Euroraum wird nach Einschätzung der Notenbank, die die größten Finanzinstitute im Währungsraum direkt überwacht, vergleichsweise schwach bleiben. Eine wachsende Herausforderung für Banken ist nach Ansicht der EZB der Klimawandel - sowohl bei der Kreditvergabe als auch der Besicherung von Finanzierungen.

Zudem verweist die EZB darauf, dass sich die Rally an vielen Finanzmärkten in den vergangenen sechs Monaten fortgesetzt hat und die Wohnimmobilienpreise weiter kletterten. Dies löse Sorge vor einer Überbewertung und dem Potenzial für "abrupte Korrekturen" von Vermögenspreisen aus. Auch der jüngste Anstieg der US-Staatsanleiherenditen habe womöglich das Zeug dazu, die Finanzkonditionen zu verändern. Diese könne insbesondere Firmen, Haushalte und auch Staaten mit hoher Schuldenlast treffen.

Die EZB hat umfangreiche Hilfsprogramme aufgelegt, um die Finanzierungsbedingungen in der Pandemie günstig und den Kreditfluss an die Wirtschaft am Laufen zu halten. Dazu gehören unter anderem ein billionenschweres Anleihekaufprogramm und sehr günstige langfristige Kreditspritzen für die Banken im Euroraum.

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