EZB belässt Leitzins bei 2,0 Prozent
Zusammenfassung
- EZB belässt den Leitzins bei 2,0 Prozent und setzt die Zinspause fort.
- Steigende Energiepreise durch den Iran-Krieg führen zu einer höheren Inflationserwartung von 2,6 Prozent für dieses Jahr.
- Die EZB bleibt wachsam und ist bereit, geldpolitische Maßnahmen anzupassen, um das Inflationsziel von 2 Prozent zu sichern.
Die Europäische Zentralbank (EZB) greift den Leitzins nach Ausbruch des Nahostkrieges und dem damit einhergehenden Ölpreisschock vorerst nicht an. Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde beließ den Einlagensatz am Donnerstag bei 2,0 Prozent. Experten hatten dies im Durchschnitt erwartet.
Über den Leitzins steuert die EZB maßgeblich ihre Geldpolitik. Es ist bereits die sechste Zinspause in Serie. Angesichts gesunkener Inflationsgefahr hatte die Zentralbank den Schlüsselsatz von Mitte 2024 bis Mitte 2025 von 4 auf 2 Prozent halbiert.
Obwohl die Teuerungsrate zuletzt noch knapp unter der Zielmarke der EZB von 2 Prozent lag, sind die Notenbanker auf der Hut: "Der EZB-Rat ist bereit, alle seine Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert", teilten die Währungshüter mit. Dabei lege man sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.
EZB erwartet deutlich höhere Inflation wegen Kriegs
Der Ende Februar ausgebrochene Iran-Krieg hat die Energiekosten in die Höhe getrieben und schürt die Angst vor einer neuen Inflationswelle. EZB-Chefin Lagarde machte bereits klar, dass man alles Nötige tun werde, um die Teuerung im Zaum zu halten. Auch Bundesbankchef Joachim Nagel betonte jüngst, dass die EZB keine neue Inflationswelle zulassen werde.
Die Ökonomen der EZB erwarten angesichts der mit dem Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise eine deutlich höhere Inflation heuer. Die Verbraucherpreise in der Währungsunion dürften um durchschnittlich 2,6 Prozent zulegen, heißt es in den am Donnerstag veröffentlichten vierteljährlichen Berechnungen. Damit wurde die Dezember-Prognose von 1,9 Prozent deutlich angehoben.
"Ursächlich dafür ist, dass die Energiepreise aufgrund des Krieges im Nahen Osten höher sein werden", hieß es zur Begründung. Im kommenden Jahr soll die Teuerungsrate mit 2,0 (bisher: 1,8) Prozent dem Zielwert der EZB entsprechen, für 2028 werden nun 2,1 Prozent erwartet.
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