Trotz häufiger Laktoseintoleranzen gehören Milchprodukte und Käse für drei Viertel der Befragten fix zum Speiseplan.

© dpa/Bernd Schoelzchen

Neue Regeln
04/09/2014

Exportmärkte wie Russland oder China bestimmen künftig den Milchpreis

Wegen der Kleinteiligkeit und dem hohen Anteil an Bergbauern liege einzige Chance in Qualitätsprodukten.

von Andreas Anzenberger

Ab April 2015 gelten neue Spielregeln für den Milchmarkt, der KURIER berichtete. Wegen des Wegfalls der EU-Milchquoten wird die Produktion deutlich steigen. Laut Prognosen soll in Österreich und der EU bis 2025 zwischen zehn und zwanzig Prozent mehr gemolken werden. Da der Milchkonsum im Inland leicht zurückgeht muss mehr exportiert werden. Erfolgversprechende Exportländer mit großem Abnahmepotenzial sind Russland oder China. Weltweit steigt die Nachfrage nach Lebensmitteln.

Der Milchkonsum in Moskau oder Peking wird daher künftig ein wichtiger Faktor für den Milchpreis sein. Was das in der Praxis bedeutet, lässt sich kaum vorhersagen. Zumal beim Export politische Rahmenbedingungen wie das Verhältnis der EU zu Russland eine Rolle spielen.

2013 ist der heimische Milchexport um 8,1 Prozent auf fast 1,13 Milliarden Euro gestiegen. Etwa 43 Prozent entfallen auf Käse, ein Drittel der Exporteinnahmen wurde durch Verkauf von Milch erwirtschaftet. Derzeit ist Deutschland der mit Abstand größte Abnehmer von heimischen Milchprodukten. Auch Deutschland exportiert kräftig Richtung Osten.

Viele kleine Betriebe

Wegen der Kleinteiligkeit der Produktion und dem hohen Anteil an Bergbauern sieht Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter und Chef von Kärtnermilch, die einzige Chance in Qualitätsprodukten wie dem Bio-Segment. In Österreich stehen durchschnittlich 16 Kühe pro Bauernhof im Stall. In Norddeutschland und Tschechien sind es über 100 .

Der Erzeugermilchpreis für die Bauern ist von 2012 auf 2013 um 10,8 Prozent gestiegen und soll heuer stabil bleiben. Das derzeitige Niveau entspricht etwa dem Preis beim EU-Beitritt vor zwanzig Jahren. Der durchschnittliche Gewinn der Milchverarbeiter betrug im Vorjahr 0,8 Prozent vom Umsatz. Bemerkenswert ist am österreichischen Markt die Dominanz von Rewe (Billa, Merkur und Adeg), der Spar-Gruppe und Hofer mit einem Marktanteil von insgesamt 86 Prozent.

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