Go West. Die Ausfuhren in die USA stiegen heuer um fast 20 Prozent.

© REUTERS/JONATHAN ALCORN

Außenhandel
12/17/2015

Exportbilanz: "In Übersee spielt die Musik"

USA lösen Italien als zweitwichtigstes Exportland ab. Massive Rückgänge in Russland.

von Anita Staudacher

Die Vereinigten Staaten sind derzeit nicht nur das Zugpferd für die Weltwirtschaft, sondern auch für die österreichische Exportwirtschaft. Von Jänner bis September wurden Waren im Wert von 6,9 Milliarden Euro über den großen Teich geliefert, das waren um 19 Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit lösten die USA erstmals Österreichs Nachbar Italien als zweitwichtigstes Exportland hinter Deutschland ab. "In Übersee spielt die Musik", fasst Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer (WKÖ), die Entwicklung zusammen. Profitiert haben die heimischen Betriebe sowohl vom schwächeren Euro als auch von der wieder erstarkten US-Automobilindustrie. Ein zweistelliges Exportplus gab es auch nach Mexiko.

Mehr KMU

Koren will noch mehr Betriebe zum Handel mit Nordamerika animieren, "besonders Klein- und Mittelbetriebe sind da noch sehr zurückhaltend". Im kommenden Jahr sollen daher Technologiekooperationen und Start-up-Events mit den USA forciert werden. Chancen sieht Koren nach dem Klimagipfel in Paris im Bereich Umwelttechnologien und Energieeffizienz. Hier sei Österreich "stark aufgestellt", die USA hingegen steckten bei der Energieeffizienz "noch in den Kinderschuhen".

Generell soll die "Europalastigkeit" des Außenhandels weiter reduziert werden. Noch immer gehen 79 Prozent aller rot-weiß-roten Exporte nach Europa, 21 Prozent in den Rest der Welt. Der ehemalige Wachstumskaiser China schwächelte heuer etwas, die Exporte ins Reich der Mitte stagnierten.

Exportbilanz 2015

Trotz massiver Einbußen in Russland (–39 Prozent) kann sich die Exportbilanz 2015 sehen lassen. Die Ausfuhren werden voraussichtlich um 2,6 Prozent auf 131,4 Mrd. Euro steigen, die Einfuhren um 1,5 Prozent auf 131,8 Mrd. Euro (siehe Grafik). Damit wäre die Handelsbilanz heuer fast ausgeglichen.

Für 2016 rechnet Koren mit einem Wachstum von 4,5 Prozent, zum Großteil außerhalb Europas. Sorgen bereiten die sinkenden Marktanteile heimischer Zulieferer in Deutschland. Vom dortigen Aufschwung profitieren diesmal vor allem polnische und tschechische Exporteure. "Im Maschinenbau und Automotive-Bereich erwächst hier zunehmende Konkurrenz", so Koren. Aber: Weil die Wirtschaft in Tschechien und Polen brummt, wird auch in diese Länder deutlich mehr exportiert. Nach Polen gab es in den ersten drei Quartalen ein Plus von 12,3 Prozent, nach Tschechien um 6,3 Prozent.
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