Ob an Land, am Hafen (wie hier im Bild) oder auf See – Jakarta braucht neue Techniken und Infrastrukturen.

© REUTERS/BEAWIHARTA

Export-Chancen
05/07/2014

Indonesien setzt auf Hightech von österreichischen Firmen

Bilaterale Abkommen für Wasserkraft und Verkehrstechnik geschlossen.

von Anita Staudacher

Mit seinen 120 Millionen Einwohnern und ehrgeizigen Infrastrukturplänen gilt Indonesien als riesiger Wachstumsmarkt. Obwohl wegen der bevorstehenden Parlamentswahlen im Sommer eine gewisse Unsicherheit herrscht, wird der "neue Tiger Asiens" von internationalen Investoren derzeit heftig umworben. Auch Österreich mischt kräftig mit.

Um für heimische Firmen Anschubhilfe zu leisten, reiste Technologieministerin Doris Bures mit einer 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Indonesien und schloss zwei bilaterale Wirtschaftsabkommen ab – eines für Energie- und eines für Verkehrstechnologie. "Indonesien hat großes Interesse an österreichischer Technologie, weil gerade in diesen Bereichen heimische Unternehmen Weltmarkt- oder Technologieführer sind", erklärte Bures.

Wasserkraft ausbauen

Indonesiens Energieminister Jero Wacik setzt vor allem auf den Ausbau der Wasserkraft und Geothermie und kann hier rot-weiß-rotes Know-how gut gebrauchen: "Wir haben viele Seen und Vulkane. Mit der Hilfe Österreichs wollen wir die erneuerbare Energie ausbauen. Das hilft beiden Ländern", sagte Wacik.

Der indonesische Generalplan zur Beschleunigung und Erweiterung der wirtschaftlichen Entwicklung sieht bis 2025 Investitionen in den Infrastruktur-Bereich in Höhe von 190 Milliarden US-Dollar vor. Fast 40 Prozent dieser Summe sollen in den Bereich Energieerzeugung und -gewinnung fließen.

Einige heimische Firmen sind schon gut im Geschäft. So erhielt der Anlagenbauer Andritz Hydro erst Ende des Vorjahres einen Großauftrag für die Modernisierung des Wasserkraftwerks von Cirata. Das Kraftwerk 100 Kilometer südöstlich von Jakarta ist das größte Indonesiens. Das Ausbaupotenzial ist riesig. Erst neun Prozent der im Land erzeugten Energie stammen aus Wasserkraft.

Gute Chancen gibt es auch in der Verkehrstechnik – bei Mautsystemen, im Ausbau der Bahnstrecken oder in der Schifffahrt. Der Archipel Indonesien besteht immerhin aus 7000 Inseln. Die Staatsbahn setzt auf Leit- und Sicherungstechnik von Frauscher Sensortechnik aus Oberösterreich.

Verkehrsströme lenken

Mautspezialist Efkon sorgt bereits mit der ersten vollautomatischen Mautanlage des Landes dafür, dass der Verkehr im Großraum der hoffnungslos zugestauten Metropole Jakarta zumindest zeitweise fließt. Die eingesetzte Kartentechnik ist eine Eigenentwicklung. "Euer Land liegt mitten in Europa, ihr müsst euch ja mit der Lenkung von Verkehrsströmen auskennen", scherzte Indonesiens Transportminister Evert Mangindaan. Eine Arbeitsgruppe im Ministerium soll nun mit österreichischen Experten Projekte ausarbeiten.

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