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Wirtschaft
12/22/2019

Ex-Skirennläuferin Zettel engagiert sich in der Windenergie

2015 hat sie ihre Skirenn-Karriere an den Nagel gehängt . Jetzt hat Kathrin Zettel als Teilhaberin einer Windkraftfirma ein neues Standbein gefunden.

von Irmgard Kischko

Kathrin Zettel, Weltmeisterin in der Super-Kombination 2009, liebt Tempo und Risiko – zwei Eigenschaften, die in ihrer zweiten Karriere als Miteigentümerin des Windkraft-Start-ups Blue Power sehr hilfreich sein könnten.

Denn noch ist Blue Power sehr klein. Sieben Mitarbeiter produzieren im oberösterreichischen Spital am Pyhrn Mini-Windräder, die in Gärten oder auf Dächern von Privathaushalten aufgestellt werden und Strom erzeugen. Genau das fasziniert Zettel. „Das ist ein Produkt für jedermann und jede Frau“, sagt Zettel. So etwas habe sie gesucht. Für die Ex-Skirennläuferin ist erneuerbare Energie die Zukunft.

„Der Klimawandel ist das große Thema. Da wollte ich mich engagieren“, erklärt sie im KURIER-Gespräch. Und Blue Power liege nicht weit von ihrem steirischen Wohnort entfernt.

Zunächst will sie im Marketing mitarbeiten, Blue Power bei Skirennen und Messen promoten. Später vielleicht auch im operativen Geschäft tätig werden.

2016 hat Herbert Gösweiner die Firma, ein Spin-off eines steirischen Autozulieferers, übernommen. Mitgekauft hat er auch viel Know-how aus der Aerodynamik, das er für die Entwicklung des ersten Klein-Windrads, das in einem Gehäuse läuft, nutzte.

Die ersten Windräder sind schon verkauft – nach Norddeutschland und Österreich. Geeignet sind diese Mini-Windräder, die im Durchschnitt sechs bis sieben Meter hoch sind, für die Abdeckung des täglichen Basis-Stromverbrauchs von Haushalten. In windreichen Gegenden kann damit bis zur Hälfte des Jahresstromverbrauchs gedeckt werden. Etwa 4.800 Euro verlangt Blue Power für so ein Mini-Windrad, das geräuschlos und vibrationsfrei läuft.

Investoren gesucht

Gösweiner hat große Wachstumspläne. Die Werkshalle in Spittal am Pyhrn wird bald zu klein. Mit den derzeit sieben Mitarbeitern wird er nicht auskommen.

Seit Anfang November läuft eine Crowdinvesting-Kampagne. 400.000 Euro will er einsammeln, rund die Hälfte hat er schon.

Den Anlegern winken 4,5 Prozent Vorzugszinsen und ein Anteil am Unternehmenswert, der derzeit bei vier Millionen Euro liegt. „Ich erwarte, dass wir bald zweistellig werden“, ist Gösweiner zuversichtlich.