Ex-Meinl-Bank-Chef Weinzierl kämpft weiter gegen Auslieferung in USA

Ex-Meinl-Bank-Chef Weinzierl kämpft weiter gegen Auslieferung in USA
Weinzierl: Verfahrenskosten mittlerweile im siebenstelligen Bereich. Banker sieht dem "worst case" aber gelassen entgegen.

Der Ex-Meinl-Bank-Chef Peter Weinzierl will weiter gegen seine Auslieferung in die USA kämpfen. "Es ist einfach falsch was hier passiert. Ich lasse mir das nicht gefallen. Man muss kämpfen und, wenn es noch einen Rechtsstaat gibt, gewinnen", sagte Weinzierl am Sonntag im Interview mit der Tageszeitung "Die Presse". Die Verfahrenskosten befänden sich mittlerweile im siebenstelligen Bereich.

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Die US-Justiz beschuldigt Weinzierl der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem brasilianischen Odebrecht-Schmiergeldskandal und verlangt seine Auslieferung. Im Juni hatte ein britisches Gericht für die Auslieferung entschieden, Weinzierls Anwalt ging jedoch in Berufung. Seit zwei Jahren sitzt der Ex-Meinl-Banker in London fest, ist aber unter Kaution auf freiem Fuß. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Weinzierl bestreitet die Vorwürfe aus den USA. Er sei in der Meinl Bank Antigua, über die Zahlungen mit Odebrecht liefen, nicht tätig gewesen. Diese sei von drei brasilianischen Managern geführt worden. Das würden auch Daten zeigen, auf die die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Zugriff habe.

"Auch brasilianische Gerichtsunterlagen zeigen, dass diese drei (Manager, Anm.) von allen Zahlungen, die von der Meinl Bank Antigua mit Odebrecht gemacht wurden, 1,5 Prozent kassierten und unter sich aufteilten", sagte Weinzierl gegenüber der "Presse". "Das allein zeigt die Motivationslage. Ich habe keinen einzigen Groschen bekommen, also auch kein Motiv."

Auch die zwei in Brasilien ansässigen Kronzeugen, von denen einer ausgesagt haben soll mit der Meinl Bank kooperiert zu haben, würden in dem Verfahren Millionen kassieren, so Weinzierl weiter. Er selbst habe dagegen Verfahrenskosten, die bereits im siebenstelligen Bereich lägen. Er habe zwar eine Versicherung, diese zahle jedoch nur schleppend.

Weinzierl sieht die Anklage letztlich aber als "chancenlos". Dem "worst case", der Auslieferung in die USA, sieht er daher gelassen entgegen. "Wenn Trump in seiner Situation gelassen bleibt, dann kann ich das wohl auch", sagte Weinzierl.

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