Woher kommt mein Essen? Österreich will EU-Logo für Lebensmittel
Es klingt nach einer simplen Selbstverständlichkeit, ist aber im Detail ebenso kompliziert wie umstritten: Eine gemeinsame EU-Kennzeichnung für alle Lebensmittel, die klar macht, woher die Produkte und deren Zutaten kommen.
Seit Jahrzehnten plant Brüssel eine solche Kennzeichnung. Sie stand im Arbeitsprogramm der ersten Amtszeit von Ursula von der Leyen und ist auch für die aktuelle Amtszeit vorgesehen. Doch weil sich die Arbeit daran schon wieder in die Länge zieht, startet jetzt Frankreich unterstützt von Österreich einen neuen Vorstoß.
Beim Treffen der EU-Landwirtschaftsminister am Montagunterstützt von forderte auch Österreichs Vertreter Norbert Totschnig, endlich eine „praxisnahe, praxistaugliche“ Regelung. Gerade in Zeiten von Freihandelsabkommen mit Agrarriesen wie den Mercosur-Staaten müssten die Konsument umso besser informiert werden, woher ihre Lebensmittel tatsächlich stammen.
Unklarheiten überall
Bei Fleisch im Supermarkt muss EU-weit seit Jahren angegeben werden muss, wo die Tiere geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden, bei Fisch muss das Fanggebiet ausgewiesen sein.
Völlig unklar dagegen ist die Rechtslage bei verarbeiteten Produkten. Woher also etwa die Früchte kommen, die in einer heimischen Marmelade eingekocht worden sind, muss nicht angeben sein. Ähnliches gilt für das Fleisch, das in einer Wurst drinsteckt, oder in Fertiggerichten. „Aus EU- und Nicht-EU-Ländern“: Bis Anfang dieses Jahres durfte diese eigentlich völlig unsinnige Kennzeichnung auf Honiggläsern stehen. Deren Abschaffung gingen jahrelange Debatten in Brüssel voraus.
Die Lebensmittelindustrie will sich bei vielen ihrer Produkte nur sehr ungern in die Karten schauen lassen. Auch in der Gastronomie ist der Widerstand gegen eine EU-weite Herkunftsangabe groß.
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