© Patrick Pleul dpa/lbn

Erstes Quartal
05/09/2014

Milder Winter hilft Wienerberger

Der Ziegelhersteller fuhr den Nettoverlust im ersten Quartal massiv zurück.

Der börsennotierte Ziegelhersteller Wienerberger will heuer zurück in die Gewinnzone. Im ersten Quartal gingen die Verluste infolge der Konzernumstrukturierung und des milden Winters bereits kräftig nach unten. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank gegenüber der Vorjahresperiode von minus 48,8 auf minus 20,5 Mio. Euro, der Nettoverlust von 65,9 auf 46,7 Mio. Euro, teilte das Unternehmen ad hoc mit.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen war das Ergebnis (Ebitda) bereits positiv - es vervielfachte sich zum Jahresstart von 2,1 auf 28,1 Mio. Euro. Gestiegen sind auch die Umsatzerlöse, die von 491,95 auf 584,62 Mio. Euro um 19 Prozent zulegten.

"Die milde Witterung und die Optimierungsmaßnahmen haben dazu geführt, dass wir auch ein ansehnliches Ebitda erzielt haben - das stimmt mich positiv, dass wir für das Gesamtjahr von der Rückkehr in die Gewinnzone ausgehen dürfen", so Konzernchef Heimo Scheuch.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2014 rechnet er mit einem Ebitda von rund 300 Mio. Euro (2013: 266,5 Mio. Euro) und einem Nettogewinn knapp unter 50 Mio. Euro (Vorjahresverlust: 7,8 Mio. Euro). Die Abschreibungen sollen sich auf etwa 200 Mio. Euro belaufen, die Zinslast bezifferte er mit rund 50 Mio. Euro.

Sparprogramm

Das Sparprogramm des Konzerns scheint zu greifen: 2013 senkte Wienerberger die Kosten um etwa 19 Mio. Euro, heuer sollen weitere 17 Mio. Euro eingespart werden - 6 Mio. Euro davon wurden bereits im ersten Quartal absolviert. Parallel dazu verkauft der Ziegelriese seit 2012 nicht-betriebsnotwendiges Vermögen - bis 2016 sollen Liegenschaften im Volumen von insgesamt 100 Mio. Euro veräußert sein.

Seit 2009 hat Wienerberger weltweit rund 60 Werke geschlossen bzw. stillgelegt und rund 3.000 Arbeitsplätze wegrationalisiert - 213 Werke blieben übrig. Der weltgrößte Ziegelkonzern beschäftigte zuletzt etwa 13.700 Mitarbeiter.

Die Baumärkte in Europa, wo Wienerberger (ohne CEE) knapp unter 90 Prozent seines Umsatzes macht, seien "nach wie vor stark unter Druck", berichtet Scheuch. Deshalb versuche der Konzern, "aus eigener Kraft gegenzusteuern".

Erste Anzeichen einer Entspannung ortet der Konzernchef aber in den großen europäischen Ziegelmärkten Deutschland, Belgien und England. Auf dem englischen Markt seien die Baubeginne mit heuer voraussichtlich rund 160.000 aber noch nicht auf Vorkrisenniveau (2007: 200.000), räumte Scheuch ein.

Im Juli läuft eine 250 Mio. Euro schwere Anleihe aus dem Jahr 2010 aus, die der Konzern aus vorhandenen Mitteln tilgen will. Ein weiterer Bond ist zunächst nicht geplant: "Aus heutiger Sicht brauchen wir das nicht."

Russland-Geschäft läuft gut

Der russische Konflikt mit der Ukraine hat die Aktivitäten des weltgrößten Ziegelherstellers in der Region bisher kaum beeinträchtigt. "Die Geschäfte in Russland laufen normal - wir haben keine Indizien, dass es zu einer Wende kommen könnte", berichtet Scheuch. Das Unternehmen betreibt dort zwei Ziegel- und ein Rohrwerk, in der Ukraine produziert Wienerberger nicht.

Den Anteil der Russland-Umsätze an den gesamten Verkaufserlösen umriss Scheuch mit "einem einstelligen Prozentsatz". In die Ukraine exportiere Wienerberger "geringe Volumina" aus Rumänien und Ungarn. "Man spürt , dass in der Ukraine derzeit null Geschäft ist", räumte der Wienerberger-Chef ein.

Er könne aus heutiger Sicht nicht einschätzen, ob und inwieweit es im zweiten Halbjahr Auswirkungen auf das Geschäft in den umliegenden Märkten gebe. Hauptabsatzmarkt der Wienerberger ist die EU.

Eine Befragung der Oesterreichischen Kontrollbank hat dieser Tage gezeigt, dass die schweren Unruhen in der Ukraine die Stimmung der dort tätigen Auslandsinvestoren kräftig dämpft und bereits jedes fünfte ausländische Unternehmen seine Aktivitäten zurückfahren will. Auch für Russland, den zweiten Hauptakteur in der Ukraine-Krise, erwarten die Investoren für die nächsten zwölf Monate nichts Gutes. Mit dem aktuellen Geschäftsverlauf in Russland sind aber auch sie zufrieden. Befragt wurden 400 Entscheidungsträger von Mittel-Osteuropa-Headquarters mit Sitz in Wien.

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