Wirtschaft
24.12.2012

Eröffnung im Herbst 2013

Das Center bei Leobersdorf wird noch umgebaut, die Mietersuche verläuft schwierig.

Die Pläne klingen interessant. In Leobersdorf bei Baden, am ehemaligen Gelände des Outletcenters Leoville, hätte im Herbst ein „Lifestyle-Center“ mit 60 Geschäften auf 14.000 Quadratmetern eröffnen sollen. Das Shoppingcenter namens Bloomfield sollte das Einkaufen „entschleunigen und sinnlich erlebbar“ machen. Das kündigten die Neo-Eigentümer Christian und Michaela Blazek – bisher mit einem eigenen Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau tätig – im November 2011 an. Vom neuen Center ist derzeit aber kaum etwas zu sehen.

Die Eröffnung ist um ein Jahr verschoben worden. „Weil Konzepte noch abgestimmt werden müssen und die Mieter mehr Betreuung brauchen“, argumentiert Christian Blazek im KURIER-Gespräch. Gemeinsam mit seiner Frau hat er das Areal um zwölf Millionen Euro gekauft und seither weitere 3,5 Millionen Euro investiert. Dass das Gelände verlassen wirkt, liege nur daran, dass derzeit Innenarbeiten gemacht werden, betont er.

Im Herbst 2013 soll mit einem Jahr Verspätung eröffnet werden. „Wir wollten nicht wie Leoville mit einem Vermietungsstand von 50 Prozent starten“, gesteht Blazek ein, dass die Mietersuche nicht ganz einfach ist. Er glaubt dennoch an den Standort und rechnet mit 3,5 Millionen Besuchern im Jahr. Täglich würden 110.000 Autos vorbeifahren – das Kundenpotenzial sei also enorm.

Zugpferd

Branchenkenner und Anrainer sind allerdings skeptisch. Schließlich seien auch schon am Outletcenter Leoville so viele Autos vorbeigefahren – und eben nicht stehen geblieben. „Ein Shoppingcenter braucht ein starkes Zugpferd“, sagt etwa Wolfgang Richter, Chef des Standortberaters RegioPlan. Auch im Einkaufszentrum G3 sollen die Mieter erst unterschrieben haben, als fix war, dass der irische Textilhändler Primark als Frequenzbringer einzieht, ist aus der Branche zu hören. Leoville – dem Vorgänger von Bloomfield – ist es dagegen nie gelungen, den Vermietungsstand von 60 Prozent zu heben. Richter: „Das lag nicht nur am Standort, sondern auch am Betreiber.“

Welche Mieter fix in Bloomfield an Bord sind, verrät Blazek nicht. Viel lieber erzählt er, wie er sich von anderen Einkaufszentren unterscheiden möchte. Unter anderem mit einer sogenannten Zunftmeile. Dort können sich etwa Schneider, Schuster, Hufschmiede oder Teppichknüpfer in Läden – die mit Größen ab zehn Quadratmetern einem Messestand gleichen – um 300 Euro Monatsmiete einquartieren.

Zudem soll auf dem Areal eine Kletterhalle eröffnen und es soll besonders viel Gastronomie geben. „In normalen Einkaufszentren entfallen drei Prozent der Fläche auf die Gastronomie, bei uns werden es zehn Prozent sein.“ Das sei Teil des Lifestyle-Konzepts, so Blazek. Genauso wie die Gartengestaltung, die ja bereits das Steckenpferd Blazeks ist.

Er und seine Frau betreiben seit 1987 ein Garten- und Landschaftbau-Unternehmen in Pottenstein. Im Jahr 2006 haben sie eine Tochtergesellschaft in Bratislava eröffnet.