Ermittlungen gegen Ex-Chef der Hofreitschule eingestellt
Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Ermittlungsverfahren gegen Alfred Hudler, Ex-Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule, gänzlich eingestellt. Ein strafbares Verhalten des ehemaligen Geschäftsführers sei „nicht erweislich“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Begonnen hatte es mit einer Sonderprüfung des Ministeriums wegen Untreue, der mögliche Schaden wurde mit mehr als 15.000 Euro beziffert. Im Zuge einer internen Prüfung mit Hilfe eines Anwalts hätten sich die Verdachtsmomente erhärtet, hieß es damals. Hudler wurde daraufhin in einer Sachverhaltsdarstellung des Landwirtschaftsministeriums im Juli 2025 Untreue vorgeworfen, in Zusammenhang mit Dienstreise- und Spesenabrechnungen. Hudler wies die Vorwürfe als substanzlos und politisch motiviert zurück.
Die Anzeige war auf Initiative des Generalsekretärs im Ministerium, Johannes Abentung, erfolgt. Das Ergebnis der vom Aufsichtsrat der Hofreitschule beauftragten unabhängigen Prüfung durch PwC wurde nicht abgewartet, die Anzeige nicht mit dem Aufsichtsrat abgestimmt.
Schaden für Hudler
Der damalige Aufsichtsratsvorsitzende, Verkehrsbüro-Chef Martin Winkler, schrieb laut Wess an den Minister, dass „dem an den Aufsichtsrat in diesem Gespräch herangetragenen Ansinnen, Herrn Dr. Hudler umgehend zu entlassen, mangels nachvollziehbarer Sachverhaltsgrundlage nicht nachgekommen werden“ konnte. Der Aufsichtsrat wurde ausgetauscht.
Das Ergebnis der PwC-Prüfung, die der Aufsichtsrat auf Anraten des Präsidenten der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, beauftragte, entlastete Hudler. Es habe keine Hinweise ergeben, auf „systematisch falsche und/oder wesentlich überhöhte Firmenkreditkartenabrechnung und/oder Speseneinreichungen“.
Klage auf eine Million Euro
Der Schaden für Hudler ist enorm, die Reputation des entlassenen Managers ist schwer angeschlagen. Die Vorwürfe waren damals umgehend öffentlich bekannt geworden. Das Verfahren habe für Hudler und seine Familie „eine enorme persönliche und berufliche Belastung dargestellt“, betont Hudlers Anwalt Norbert Wess. Er sei „erschüttert über die Vorgangsweise. So kann man Leute beruflich vernichten“. Hudler sei „aufgrund einer voreiligen, falschen und unbegründeten Anzeige über Monate hinweg einer öffentlichen, medial begleiteten Demontage ausgesetzt, die offenkundig ausschließlich politischen Interessen diente“.
Für die Republik wird die Causa teuer. Der 2022 als Geschäftsführer bestellte Hudler hat seine Ansprüche auf Erfüllung seines Vertrages vor dem Arbeits- und Sozialgericht eingeklagt. Insgesamt rund eine Million Euro, Hudler hat gute Chancen, zu gewinnen.
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