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Energie für 1,1 Millionen Haushalte: Größter Offshore-Windpark Deutschlands fertig

64 Windräder im Meer westlich von Helgoland sollen die Energiewende vorantreiben. Die Ausbauziele der Regierung könnten aber zu ehrgeizig sein.
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Rund 110 Kilometer westlich von Helgoland hat der deutsche Energieversorger EnBW das größte Offshore-Windprojekt Deutschlands fertiggestellt. Der Windpark „He Dreiht“ (Niederdeutsch für „Er dreht“) besteht aus 64 Windrädern mit einer Nabenhöhe von 142 Metern und einer installierten Gesamtleistung von 960 Megawatt. Die Investition betrug rund 2,4 Milliarden Euro.

„He Dreiht“ kann rein rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen und gehört damit zu den derzeit europaweit größten Projekten der Energiewende. Die meisten Anlagen sind bereits ans Netz angeschlossen. Voraussichtlich bis zum Spätsommer soll der Park vollständig in Betrieb gehen. Peter Heydecker, Vorstand für nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei EnBW, betont: „Offshore-Wind ist eine heimische, erneuerbare Energiequelle, die große Strommengen über viele Stunden im Jahr erzeugen kann und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leistet.“

Zuletzt hatte es Probleme gegeben, weil Ende Juli ein 20 Meter langes Rotorblatt-Teil abgebrochen war und im Meer trieb. Der Hersteller Vestas untersuche den Schaden noch, teilte EnBW dazu mit. 

Abnahmeverträge statt Förderung

Ein einzelner Rotor hat den Daten zufolge einen Durchmesser von 236 Metern. Bei einer Umdrehung durchstreiche er eine Fläche von 43.742 Quadratmetern - so viel wie sechs Fußballfelder. Der Windpark sei mit einer Konverterstation auf See und zwei Hochspannungskabeln ans Stromnetz angeschlossen. Diese lägen über 120 Kilometer unter Wasser und auf 110 Kilometern an Land.

Mit „He Dreiht“ verdoppelt EnBW seine Offshore-Leistung nahezu. Besonders bemerkenswert: Der Park ist einer der ersten förderfreien Windparks. Statt Einspeisevergütung hat EnBW langjährige Vereinbarungen mit Großabnehmern wie Google, Bosch und Deutsche Bahn geschlossen.

Windkraftpläne der Regierung zu ehrgeizig

Allerdings mahnte EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos die deutsche Bundesregierung, ihre Ausbauziele für die Windkraft in der Nord- und Ostsee zu überdenken. Windturbinen, Logistik und Kabel seien um 30 bis 40 Prozent teurer geworden. Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit hatte EnBW im Jänner bereits zwei Offshore-Projekte in der Irischen See aufgegeben.

Laut der Stiftung Offshore-Windenergie waren Stand Ende Juni in Deutschland 1.764 Offshore-Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von rund 10,8 GW in Betrieb. Die Planungen bis 2035 umfassen eine Gesamtleistung von ca. 41 GW. Gesetzliches Ziel der Regierung ist, die Kapazität zur Stromerzeugung aus Windenergie auf See bis 2030 auf mindestens 30 Gigawatt (GW) auszubauen. Bis 2045 sollen 70 GW erreicht werden.

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