Energiespar-Lampen nun um 20 Prozent teurer

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Gleichzeitig mit dem Verbot der 60-Watt-Glühbirne erhöht Osram die Preise für Energiespar-Lampen. Betroffen sind auch Leuchtstoffröhren.

Gleichzeitig mit dem Verbot der 60-Watt-Glühbirne erhöht der Leuchtmittel-Hersteller Osram die Preise für Energiesparlampen. Begründet wurde die "außerordentliche Preiserhöhung" der Siemens-Tochter zum 1. September mit einem drastischen Preisanstieg bei sogenannten seltenen Erden, die als Rohstoff benötigt werden. Im Schnitt liegen die Preiserhöhungen bei 20 bis 25 Prozent, sagte Osram-Vorstand Martin Goetzeler der Financial Times Deutschland. Betroffen sind Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen.

Das Ende der herkömmlichen Glühlampe wurde per EU-Verordnung bereits 2009 besiegelt. Flogen zunächst die 100- und 75-Watt-Birnen aus den Regalen, wird ab 1. September der 60-Watt-Leuchte der Garaus gemacht. 2012 ist endgültig Schluss: Dann sollen auch alle Glühbirnen unter 60 Watt aus dem Verkehr gezogen werden.

Der erste Zorn über die erzwungene Umrüstung ist in der Bevölkerung zwar mittlerweile verflogen, wirklich beliebt sind die alternativen Energiesparlampen aber weiterhin nicht. Sowohl die verzögerte Anlaufzeit als auch die Lichtfarbe werden von vielen als unangenehm und als technologischer Rückschritt empfunden. Berichte über das in den Energiesparlampen verwendete Quecksilber trugen ebenfalls nicht zum guten Ruf der Leuchten bei.

Lobbying in der EU

Bis zuletzt war die EU zudem dem Vorwurf ausgesetzt, sie habe die Verordnung nur auf Druck der Leuchtenhersteller beschlossen, die nun von den Umrüstungskosten profitieren würden. Diese Kritik ist auch die Basis des Dokumentarfilms "Bulb Fiction" des österreichischen Filmemachers Christoph Mayr, der am 16. September seinen Filmstart feiert.

Bei der Österreichischen Energieagentur sieht man die Sache differenziert. "Die Technologie ist prinzipiell völlig ausgereift. Die Qualitätsunterschiede der auf dem Markt erhältlichen Lampen sind allerdings enorm", erklärt Energieexperte Thomas Bogner im Gespräch mit dem KURIER.

12.000 Stunden Lebensdauer

Neben dem Überprüfen der angeschriebenen Lebensdauer, die über 12.000 Stunden betragen soll, spielen zudem die garantierten Schaltzyklen eine Rolle. Diese sollten einen Wert von über 30.000 aufweisen, vor allem, wenn die Lampe als Beleuchtung mit
Zeitschalter - etwa im Hausflur - dient.

Was die Lichtfarbe betrifft, werden mittlerweile mehrere Modelle mit unterschiedlicher Leuchtfarbe angeboten. Wer mit der Lichtfarbe der Energiesparlampen nicht glücklich wird, kann auf moderne Niedervolt-Halogenleuchten ausweichen, die bereits in der bekannten Birnen-Form produziert werden. Das schönere Licht hat allerdings den Nachteil, dass diese nur etwa 50 Prozent weniger Energie als die stromfressenden herkömmlichen Glühbirnen verbrauchen.

LED als Hoffnunsträger

Als Hoffnungsträger Nummer eins gelten die energieschonenden LED-Lampen. Diese sind mit Preisen zwischen 25 und 50 Euro bei Markenprodukten zwar um einiges teurer als die verbreiteten Energiesparlampen. Aber sowohl die Lichtqualität als auch die Lebensdauer gelten als die wichtigsten Vorzüge. Mit Osram, Philips und der Zumtobel-Tochter Ledon haben sich bereits mehrere Anbieter in Stellung gebracht.

"Wir gehen davon aus, dass der Preis für LED-Birnen pro Jahr um zehn bis fünfzehn Prozent sinken wird", sagt Ledon-Sprecher Erik Nielsen. Wenn die Lampe in einem Raum eingesetzt wird, in dem viele Lichtstunden zusammenkommen, wie etwa dem Wohn- oder Esszimmer, amortisiere sich eine LED-Lampe im Vergleich zur herkömmlichen Glühbirne in zwei bis drei Jahren, so Nielsen.

(KURIER / dk, Martin Stepanek) Erstellt am
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