Wirtschaft 17.05.2018

Ein Österreicher will Spanplatten-Profi Pfleiderer wieder auf Erfolg trimmen

© Bild: Pfleiderer Group/APA-Fotoservice/Pflleiderer Group/APA-Fotoservice

2012 war Pfleiderer pleite. Dann wurde saniert, Tom K. Schäbinger setzt nun wieder auf Wachstum.

Der Spanplatten-Hersteller Pfleiderer ist eines jener seltenen Unternehmen, denen nach einer Pleite nicht nur die Sanierung gelungen ist, sondern das sich auch zu einem spannenden Börseunternehmen entwickelt hat.

Seit Mitte 2017 sorgt der Niederösterreicher Tom K. Schäbinger dafür, dass das Unternehmen kräftig wächst und dass die Börsenstory für die Aktionäre aufgeht. Der 55-Jährige war zuvor Manager bei Mondi. Pfleiderer, ursprünglich ein deutsches Familienunternehmen, wurde in der Krise von seiner polnischen Tochter übernommen und notiert seit 2016 an der Börse Warschau. Neben Privataktionären (44 Prozent) liegt das Unternehmen zu 48 Prozent in Händen von Private Equity-Fonds. Und die wollen bekanntlich nicht nur Rendite sehen, sondern auch mit Gewinn wieder aussteigen.

Schäbinger hat also durchaus einen herausfordernden Job. Er versucht nun, das Unternehmen, das in fünf Werken in Deutschland und vier in Polen 3550 Mitarbeiter beschäftigt, auf Wachstum zu trimmen.

Der vier Milliarden Euro Umsatz schwere Konzern musste nach der Pleite 2012 auf ein Viertel zusammengestutzt werden. Jetzt will Schäbinger wieder investieren. 75 Millionen Euro sollen in verbesserte Produktionsanlagen und High-Tech fließen. „Das Unternehmen kam aus einem verstauten Umfeld und ist zu einer Leistungsmaschine geworden“, wirbt Schäbinger für seine Strategie. Pfleiderer produziert heute nicht mehr für den Massenmarkt, sondern für spezielle , hochwertige Anforderungen.

Teure Rohstoffe

2017 haben gestiegene Rohstoffpreise und eine zehn Millionen Euro-Kartellstrafe in Polen das Ertragswachstum gebremst. Rund eine Milliarde Euro Umsatz schrieb Pfleiderer im Vorjahr, 120 Mio. Euro betrug das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen. 2020/21 will Schäbinger auf 1,2 Milliarden Umsatz und 200 Millionen Euro Ertrag kommen.

( kurier.at , iko ) Erstellt am 17.05.2018