© REUTERS/Jonathan Bainbridge

Zahlungsmittel
12/16/2020

„Ein Abgesang auf die Plastikkarten wäre verfrüht“

Mastercard-Österreich-Chef sieht aber künftig eine geringer werdende Bedeutung für Karten und auch Bargeld.

von Anita Kiefer

2020 war ein gutes Jahr für Mastercard. Zahlen will das Unternehmen – vor allem für einzelne Länder – zwar nicht verraten. Aber natürlich: Das digitale Bezahlen hat durch die Corona-Krise zugenommen. „Das Volumen ist gestiegen“, bestätigt Christian Rau, Country Manager Mastercard Austria, im Gespräch mit dem KURIER.

Auch, wenn Tourismus in Österreich und Reisen von Österreichern – wo gern bargeldlos bezahlt wird – heuer nur in geringem Ausmaß stattgefunden haben. Auch hätten viele die Vorzüge des digitalen Bezahlens jetzt kennengelernt. Eine großflächige Rückkehr zu mehr Bargeldzahlungen werde es wohl nicht geben, schätzt Rau.

Als „Krisengewinner“ will er sein Unternehmen aber nicht sehen. Richtig durchschlagen werde dieser Effekt wohl ohnehin erst im Jahr 2022, wenn Wirtschaft und Tourismus wieder weitgehend uneingeschränkt möglich sind. Wird das ein Spitzenjahr für Mastercard? „Das ist die Hoffnung“, sagt Rau.

2021 wird sich Mastercard jedenfalls weiter auf die Themen Sicherheit beim Bezahlen, neue Bezahlmöglichkeiten (Stichwort Bezahlen via Smartphone oder Uhr) und auch Bargeldservice konzentrieren. Sprich, in ländlicheren Regionen Wirt oder regionalen Händler stärker als bisher zur Ausgabe von Bargeld ermächtigen.

Kein Ende des Bargelds

Für die Zukunft sieht Rau die Bedeutung von Bargeld und auch Plastikkarten beim Bezahlen sinken. Beides werde aber weiterbestehen. „Ein Abgesang auf die Plastikkarte wäre verfrüht.“ Dennoch hätten aber auch Bezahlkörper wie das Smartphone oder eine Uhr auch nur einen „digitalen Klon“ einer Plastikkarte eingesetzt bekommen – und biete viele Vorteile. Um das Bargeld abzuschaffen, sei Mastercard aber nicht angetreten, betont Rau. Immerhin nutze ein Kunde ja auch bei Bargeld-Verfügungen Mastercard-Services.

Dass das Limit für kontaktloses Bezahlen nach der Pandemie übrigens wieder gesenkt wird, dafür gibt es laut Rau wenig Grund. Mastercard sehe bisher kein Argument, warum man das tun sollte – weder vonseiten der Banken, Händler und Konsumenten noch von der Regulatorik. Für den schwammigen Zeitraum der Dauer der Pandemie wurde ja das Limit für kontaktloses Bezahlen ohne PIN-Eingabe (NFC) von 25 auf 50 Euro in Österreich angehoben.

Die Bestrebungen, ein europäisches Bezahlsystem zu etablieren (der KURIER berichtete), „berühre“ Mastercard „natürlich“, sagt Rau. Das Unternehmen gibt sich abwartend.

Mastercard hat in seiner aktuellen „Trust“-Studie das Verhalten der Menschen beim diesjährigen Weihnachtseinkauf abgefragt. Das Ergebnis: 61 Prozent der Menschen wollen ihre Geschenke heuer lokal kaufen. Über ein Drittel kauft bei Webshops der örtlichen Händler ein. Aber: Mehr als jeder Zweite will weniger Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Umgekehrt haben aber auch 16 Prozent der Befragten angegeben, sogar mehr ausgeben zu wollen.

Befragt wurden im November 2020 16.000 Personen (rund 1.000 in Österreich) aus 15 Ländern vom Forschungsunternehmen Fly Research.

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