Wirtschaft
30.11.2018

Drucker hält Bürohengste auf Trab

Jeder Zweite holt erst mal Kaffee, um wach zu werden. Für Ärger sorgen oft überheizte Zimmer

Mit den Stapeln an Studien, die zum Thema „Papierloses Büro“ geschrieben wurden, könnte man Bürotürme zumüllen. In der Realität hat sich das digitale Büro nicht so durchgesetzt. Der typische Bürohengst trabt weiterhin mindestens fünf Mal am Tag zum Drucker, will marketagent in einer Umfrage unter 1500 Österreichern herausgefunden haben. „Der Drucker ist das Laufband des Büros“, folgert Heidi Adelwöhrer, die die Studie in Auftrag gegeben hat. Als neue Chefin des Büromöbelmachers Neudoerfler hat sie ein besonderes Interesse an den Befindlichkeiten der Büromitarbeiter.

 

Das Ergebnis ist teils verblüffend. Nur noch elf Prozent der Befragten geben zu, dass sie im Schreibtisch-Ladl Zigaretten verstecken. Etwa gleich viele verstauen dort ihre Hausschuhe. Man könnte daraus schließen, dass sich jeder Zehnte im Büro wie zu Hause fühlt. Sechs von zehn Beschäftigen behaupten auch tatsächlich, dass sie mehr Zeit im Büro als daheim verbringen.

 

Übrigens gibt es regionale Unterschiede, etwa in Sachen Tischkultur. Jeder dritte Wienern gibt an, fast täglich am Schreibtisch zu essen, in Vorarlberg ist es nicht einmal jeder Vierte. Detail am Rande: Österreichweit fühlt sich jeder Vierte gestört, wenn der Kollege am Schreibtisch isst. Ob das am Geruch der Leberkässemmel oder an den Kaugeräuschen des Kollegen liegt, ist nicht überliefert.

 

In der Hitliste der größten Ärgernisse stehen überheizte Räume ganz oben, gefolgt von Kleidervorschriften (64 bzw. 38 Prozent). Um im täglichen Chaos Kraft und Konzentration zu sammeln, holt sich jeder Zweite erst mal einen Kaffee, jeder Dritte geht an die frische Luft. Immerhin acht Prozent sagen, dass ihre Sachen packen und heimgehen. Um dort konzentriert weiterzuarbeiten.