Donau-Neochefin Judit Havasi mit Vorgänger Ralph Müller

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Wirtschaft
01/24/2020

Die Zukunftsvorsorge könnte leistbares Wohnen unterstützen

Anregungen für die neue Regierung: Donau Versicherung hätte Reformvorschläge für die staatlich geförderte Altersvorsorge.

Das Chefsessel-Rücken bei den Töchtern des börsenotierten VIG-Konzerns ist voll im Gange. Seit Anfang Jänner ist Judit Havasi (44) Generaldirektorin der Donau Versicherung. Vorgänger Ralph Müller (51) zieht in den Vorstand bei der Schwester Wiener Städtische ein und wird dort Anfang 2021 Robert Lasshofer als Generaldirektor beerben.

Die studierte Juristin Havasi ist seit 2000 im Konzern tätig. Schon 2005 wurde sie bei Union Biztosító in ihrem Heimatland Ungarn die bis dato jüngste Vorständin.

Traumjob Versicherung? Sie bereue keinen einzigen Tag, die Tätigkeit sei abwechslungsreich und verantwortungsvoll. Allerdings scheint das Image der Branche noch ausbaufähig: „Niemand wacht mit 24 Jahren auf und sagt sich: ’Ich will in einer Versicherung arbeiten’“, gibt Havasi zu.

"Gut mit Markt mitgewachsen"

Künftig leitet sie die laut Eigenangabe fünfgrößte heimische Versicherung mit 1.400 Mitarbeitern und 800 Millionen Euro Prämienvolumen. 2019 sei die Donau „gut mit dem Markt mitgewachsen“, sagt Müller. In der Personenversicherung, im jungen Feld Krankenversicherung und bei Gewerbeversicherungen für Klein- und Mittelbetriebe habe man die Branche übertroffen.

Bei den Lebensversicherungen, wo es im Markt einen Rückgang von 1,5 bis 2 Prozent der laufenden Prämien gab, habe die Donau mit einer „roten Null“ ebenfalls besser performt. Vom lebenslangen Rücktrittsrecht, das laut einem EuGH-Urteil Lebensversicherungskunden zusteht, die falsch belehrt wurden, sei man bei der Donau weniger stark betroffen als andere Anbieter: Man sei bei einer „Handvoll Fälle“ im Dialog mit den Kunden.

Private Pflegeversicherung fördern

Wünschen würde sich Müller von der Regierung, dass die Veranlagungsmöglichkeiten für die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge verbreitert werden. Diese sollte langfristige Investments in die Infrastruktur oder auch in den Wohnbau tätigen dürfen: „Damit würde auch leistbares Wohnen unterstützt.“ Er spricht sich auch dafür aus, private Pflegeversicherungen zu fördern - diese könnten ebenfalls in die staatlich unterstützte Altersvorsorge eingebunden werden.

Laut Regierungsprogramm sollen künftig ökologische und ethische Investitionen von der Kapitalertragssteuer befreit werden. Das müsse dann auch für fondsgebundene Lebensversicherungen gelten und die 4-prozentige Versicherungssteuer entfallen, so Müller.