Wirtschaft
07/23/2019

Die Jungen sind Müllsammel-Muffel

Zu viele wertvolle Rohstoffe landen im Restmüll, beklagt Hans Roth, Präsident des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe.

von Irmgard Kischko

Greta Thunberg ist plötzlich auch zur Hoffnung für die Abfallwirtschaft geworden. In die junge schwedische Klimaschutz-Aktivistin legt die Branche die Hoffnung, die Jugend vermehrt zum Müllsammeln zu bewegen.

„Seit Greta unterwegs ist, hat das Thema Müll trennen und Plastikabfälle vermeiden wieder eine breite Öffentlichkeit gewonnen“, sagt Hans Roth, Präsident des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe und Aufsichtsrat der steirischen Saubermacher-Gruppe. Denn Österreichs Jugend habe sich zu Sammel-Muffeln entwickelt. Viel zu viele Rohstoffe, die wiederverwertet werden könnten, landeten im Restmüll.

Von den rund 60 Millionen Tonnen Abfall, die im Jahr in Österreich anfallen, stammen fünf Millionen Tonnen von privaten Haushalten. Der große Rest ist Bauschutt und Industrieabfall.

Während die Industrie schon peinlich genau auf Recycling von Abfallstoffen schaue, sei bei den Haushalten noch einiges zu tun, meint Roth. 600.000 Tonnen Abfall jährlich landeten im Restmüll, die dort nicht hin gehörten. Glas, Metall, aber auch Plastik, das in Recycling-Unternehmen neu aufbereitet werden könnte, würden nicht korrekt getrennt gesammelt. „Natürlich sollte der Handel mithelfen, den Konsumenten die Mülltrennung zu erleichtern“, betont Roth. Denn viel zu häufig noch würden Lebensmittel in Verpackungen angeboten, die aus sehr unterschiedlichen Stoffen seien. „Fleisch in den Styropor-Tassen in Folie verpackt. Das ist für Recycling völlig ungeeignet“, nennt der Verbandspräsident ein Beispiel.

Die wichtige Frage sei also: Wie bekommt man die 600.000 Tonnen aus dem Restmüll heraus?

Digitale Mülltonne

Eine Möglichkeit, diese Menga an wiederverwertbarem Material aus dem Restmüll rauszubekommen, ist eine digitale Mistkübelüberwachung. Dabei wird ein kleines elektronisches Gerät in der Mülltonne angebracht. Der Lkw, der den Abfall holt, kann dann binnen Sekunden feststellen, ob der Haushalt ordentlich gesammelt hat und dies an ihn melden. „Im Testbetrieb hatten wir auf diese Weise eine Halbierung der Wertstoffe im Restmüll erreicht“, erklärt Roth. Das funktioniere aber nur bei Einfamilienhäusern.

Gefährliche Batterien

Ein Anliegen ist Roth, das Sammeln von Altbatterien zu steigern. Seit die Zink-Alkali-Batterien zunehmend von Lithium-Batterien verdängt würden, steige die Gefahr von Bränden im Haushalt. Lithium-Batterien haben nämlich stets hohe Restenergie, die im Fall von Beschädigung zur Explosion führen können. Roths Rat: Alt-Batterien rasch zu einer Sammelstelle bringen.

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