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Creditreform
07/17/2013

Weniger Pleiten in Österreich

Sowohl Firmenpleiten als auch Privatinsolvenzen sind im ersten Halbjahr 2013 zurückgegangen.

Alpine, Niemetz, Niedermeyer: Obwohl in letzter Zeit immer mehr Firmeninsolvenzen durch die Medien gingen, ist die Zahl an Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2013 zurückgegangen - und zwar um 4,1 Prozent auf 3.075 Verfahren. Es gab auch weniger Privatinsolvenzen. 5.300 Privatpersonen waren in dem Zeitraum zahlungsunfähig, das ist ein Minus von 3,5 Prozent, erhob Creditreform.

Österreichweit wurden im Durchschnitt acht Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen gezählt, so der Gläubigerschutzverband am Mittwoch in einer Aussendung. Die höchste "relative Insolvenzbetroffenheit" herrschte in Wien mit mehr als 11 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. In Vorarlberg kam es hingegen nur zu vier Firmenpleiten pro 1.000 Unternehmen. In Summe gestiegen sind die Firmeninsolvenzen entgegen dem österreichweiten Trend in Kärnten (+19,9 Prozent) und in Tirol (+8,8 Prozent). Die stärksten Rückgänge verzeichneten Vorarlberg (-35,2 Prozent) und Oberösterreich (-14,8 Prozent).

Bauwirtschaft am meisten betroffen

Die Rekordpleite der Alpine liegt im Ranking mit großem Abstand vor den anderen Insolvenzen. Die Alpine Bau GmbH mit 6.483 betroffenen Arbeitnehmern und 2,56 Mrd. Euro Verbindlichkeiten war im ersten Halbjahr unangefochten die Nummer 1 der Insolvenzstatistik.

Am stärksten von Pleiten betroffen waren das Bauwesen und der Bereich "Verkehr- und Nachrichtenübermittlung“ (Transportwesen) mit 20 bzw. 19 Insolvenzen je 1.000 Branchenunternehmen. In der "Sachgütererzeugung" (Industrieproduktion) gingen die Insolvenzen um über 5 Prozent zurück.

Private

Nicht nur die Firmenpleiten sind zurückgegangen, auch Privatinsolvenzen. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren sank um mehr als 5 Prozent auf 4.700. Allerdings stiegen die mangels Vermögen zurückgewiesenen Insolvenzanträge um 12,5 Prozent auf 604.

Im ersten Halbjahr 2013 betrug die Durchschnittsverschuldung 120.000 Euro, die Gesamtpassiva werden auf über eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Hauptursache ist ein leichtfertiger Umgang mit Finanzen - dieser Meinung sind zumindest 88 Prozent der betroffenen Gläubiger. Jeder fünfte Gläubiger ortet eine missbräuchliche Anwendung des Schuldenregulierungsverfahrens zur Entschuldung. "Angesichts der weit über 100.000 überschuldeten Österreicher gelingt es nur einem geringen Teil sich mit Hilfe des Insolvenzrechts seiner finanziellen Vergangenheit zu stellen", so Creditreform-Geschäftsführer Rainer Kubicki.

Wiener sind Schuldenkaiser

Schuldenkaiser sind nach wie vor die Wiener, wo sich - trotz Rückgängen - 40 Prozent aller Insolvenzen ereigneten. In der Bundeshauptstadt wurden 16 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig, der Österreich-Schnitt lag bei 8 zu 10.000. Die stärksten Rückgänge bei den Privatinsolvenzen gab es in Kärnten (-12,4 Prozent), Oberösterreich (-7,2 Prozent) und Niederösterreich (-3,8 Prozent), die größten Zuwächse in Vorarlberg (+3,9 Prozent) und im Burgenland (+3,1 Prozent).

Weniger Kredite – weniger Insolvenzen

Für das Gesamtjahr 2013 rechnen die Kreditschützer mit einem Rückgang der Privatpleiten. Grund ist die restriktivere Kreditvergabe von Banken: "Neue Kredite sind schwerer zu erhalten - damit sinkt die Neuverschuldung - und für einen Zahlungsplan benötigt man ein regelmäßiges Einkommen", erläuterte Creditreform in einer Aussendung. Außerdem sei momentan nicht mit einer Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt zu rechnen.

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