© KURIER/Martin Gnedt

Wirtschaft
04/28/2020

Coronavirus: Kaffeehaus-Kette "Aida" öffnet vorerst nur 14 Filialen

Aida hat viele kleine Filialen, wo Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Die bekannte Wiener Kaffeehaus-Kette "Aida" wird mit dem 15. Mai den Betrieb schrittweise hochfahren. Plan ist, dass vorerst nur 14 der insgesamt 33 Filialen wieder aufsperren. Dabei handelt es sich um die flächenmäßig größeren Standorte wie am Stephansplatz oder auf der Mariahilfer Straße. Der Rest bleibt vorerst weiter geschlossen.

"Wir haben viele kleine Filialen, wo die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können", begründete ein "Aida"-Sprecher der APA am Dienstag diese Maßnahme. Die Strategie des Unternehmens lautet nun, Schritt für Schritt aufzusperren - auch um zu schauen, wie das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird.

Zunächst öffnen nur jene Standorte, die über eine große Lokalfläche bzw. einen Schanigarten verfügen. "Dann ziehen wir mit den anderen Filialen nach. Es kann auch sein, dass nur wenige Tage vergehen und dann alle aufsperren. Das wollen wir uns dann anschauen." Viele Menschen seien arbeitslos oder in Kurzarbeit, "da ist die Kaufkraft jetzt eine andere". Überdies würden vor allem die innerstädtischen Filialen von den Touristen leben - und die gebe es zur Zeit nicht.

In den Lokalen selbst werden Tische weggeräumt, um das Abstandshalte-Gebot zu erfüllen, kündigte der Sprecher an. "Man kann von einem Minus von 50 Prozent beim Belegungsplan ausgehen, aber es kommt auf Gestaltung der Filialen an." Überdies werde in den größeren Kaffeehäusern ein Mitarbeiter die Gäste beim Eingang empfangen, um ihnen die Plätze zuzuweisen.

"Aida" besteht aus zwei Unternehmen. In einem ist das Personal aus den Filialen beschäftigt, das andere hat die Produktion inne. In beiden zusammen gibt es circa 350 Mitarbeiter. Mit dem Lockdown wurden alle Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Sorge, dass "Aida" Corona wirtschaftlich nicht überleben wird, braucht man sich laut Sprecher nicht zu machen: "Die 'Aida' wird das schaffen, das ist keine Frage. Der Störfaktor dabei ist: Wenn von heute auf morgen positiv bilanzierende Unternehmen zu Bittstellern der Republik werden, ist das eine mühsame Geschichte. Das hätte man eleganter und besser machen können."

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