Die Reichen kommen nicht nur wegen der grandiosen Kulisse

© APA/AFP/FABRICE COFFRINI

Wirtschaft
07/28/2021

Corona macht Schweiz noch attraktiver für Superreiche

Höchste Millionärsdichte: Das Image als „sicherer Hafen“ lockt viel Kapital an.

von Michael Bachner

In der Corona-Pandemie ist viel zusammen gekommen: Die Infektionszahlen waren in der Schweiz teilweise sogar höher als bei uns, aber dennoch hat das Land nichts an seinem Image als „sicherer Hafen“ für Vermögen aus aller Welt verloren.

In immer mehr Staaten wird offen über neue Vermögens- und Erbschaftssteuern zur Bewältigung der Krisenkosten debattiert. Nicht so in der Schweiz. Dort gibt es seit den 1950er-Jahren keine Vermögenssteuern mehr und die Einkommenssteuer liegt je nach Kanton bei durchschnittlich 22 Prozent und macht damit weniger als die Hälfte von vergleichbaren Ländern wie Österreich aus.

Luxusimmobilien gefragt

Zudem stieg ja das Vermögen der Millionen-Erben, Börsen-Milliardäre und Konzern-Besitzer während der Pandemie kräftig an. Auslöser dafür war vor allem der Börsenboom nach dem zunächst kräftigen Wirtschaftseinbruch ab März 2020. Somit suchen Superreiche aus aller Welt nach Anlagemöglichkeiten und eine Folge ist, dass die Schweiz derzeit einen Nachfrageboom bei Luxusimmobilien erlebt.

Am teuersten und dennoch sehr gefragt ist es am Genfer See, wo sich seinerzeit schon der mittlerweile verstorbene reichste Wahl-Schweizer, IKEA-Gründer Ingvar Kamprad, angesiedelt hatte. 33.000 für einen Quadratmeter blätter man etwa in Coligny bei Genf hin, weiß die DPA zu berichten.

Reiche aus Schwellenländern kommen wiederum vermehrt in die Schweiz, hört und liest man, weil sie seit Corona eine erstklassige medizinische Versorgung für sich und Angehörige sicher gestellt wissen wollen.

Der Mix machts aus

Während die Credit Suisse die Zahl der Dollar-Millionäre in Österreich auf knapp 350.000 schätzt, dürfte die Zahl in der Schweiz bereits an der Millionengrenze schrammen. „Die Schweiz profitiert seit Jahrzehnten von diesem sehr speziellen Image aus ihrer Eigenständigkeit mitten in Europa, der Neutralität, der Diskretion in der Vermögensverwaltung und etwa der Möglichkeit, sich seine individuelle Pauschalbesteuerung mit dem Kanton auszuhandeln“, umreißt ein Banker aus Wien.

Wer kommt, wird umsorgt: Heerscharen an hoch spezialisierten Treuhändern, Steuer-Experten und Anwälten kümmern sich etwa in der Steueroase Zug in der Zentralschweiz um das Wohlergehen von Hedgefonds, Start-ups bis hin zu Briefkastenfirmen und ihren Eigentümern. Die Credit Suisse kommt zum Schluss, dass die Schweiz – abgesehen von Zwergstaaten wie Monaco – die höchste Millionärsdichte weltweit hat.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.