Autos schlucken mehr Sprit, als die Hersteller angegeben - im Schnitt um bis zu 25% mehr.  

© APA/ROLAND SCHLAGERAPA

Wirtschaft
08/04/2020

Corona-Lockdown: Autofahrer sparten sich eine Milliarde Euro

Wegen Lockdown und Homeoffice blieben viele Autos stehen. So sparten sich Autofahrer eine Menge Geld.

Die Coronakrise hat auch bei den Autofahrern starke Auswirkungen. So sind im ersten Halbjahr im Vergleich zur selben Zeit des Vorjahres deutlich weniger Diesel und Benzin in die Tanks ihrer Fahrzeuge geflossen, da deutlich weniger gefahren wurde.

Zudem lagen die Spritpreise um etwa ein Zehntel tiefer als vor einem Jahr. So sparten sich die Autofahrer mehr als eine Milliarde Euro, hat der VCÖ, der Verkehrsclub Österreich, errechnet.

VCÖ: Erdölverbrauch zu hoch

Der Erdölverbrauch des Verkehrs sei aber nach wie vor hoch, kritisiert der VCÖ. Er fordert verstärkte Maßnahmen, um die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren. Immerhin wurden immer noch rund 4,1 Milliarden Liter verbrannt; 5,1 Milliarden waren es im Vergleichszeitraum gewesen. So habe der Verkehr um rund 2,5 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase verursacht als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

"Der deutliche Rückgang beim Spritverbrauch hat im ersten Halbjahr sowohl die Umwelt, als auch die Geldbörse von Autofahrerinnen und Autofahrern geschont", fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger die aktuelle Analyse zusammen. Es brauche aber unbedingt Lenkungsmaßnahmen, die den Verkehr nachhaltig auf Klimakurs bringen.

"Zum einen sind die klimaverträglichen Mobilitätsangebote zu forcieren, wie ein dichteres Öffi-Netz mit häufigeren Verbindungen und der Ausbau der Rad-Infrastruktur", fordert Schwendinger.

Dazu brauche es "stärkere Anreize für ein klimaverträgliches Mobilitätsverhalten, etwa durch die Umsetzung von Mobilitätsmanagement durch Betriebe und durch steuerliche Maßnahmen, die klimaverträgliches Verhalten belohnen und den CO2-Ausstoß höher bepreisen".

Die Autofahrer haben sich jedenfalls heuer viel Geld gespart. So tankten die Autofahrer um fast 250 Millionen Liter weniger Benzin über heimische Zapfsäulen in die Tanks der Pkw. Ausgegeben wurden dafür im ersten Halbjahr rund 880 Millionen Euro - um gut 400 Millionen Euro weniger als im ersten Halbjahr 2019. Dazu war Sprit im Vergleichszeitraum günstiger.

Auch bei Diesel nahm der Verbrauch deutlich ab. Während im ersten Halbjahr 2019 noch 4,1 Milliarden Liter Diesel in Österreich getankt wurden - also so viel wie heuer bei Diesel und Benzin zusammen - waren es im heurigen Halbjahr nur rund 3,3 Milliarden Liter. Davon wurden aber mehr als 40 Prozent von Lkw getankt.

Der VCÖ rechnet darob, dass rund 450 Millionen Liter Diesel weniger in die Tanks der Diesel-Pkw flossen als vor einem Jahr. Zudem war für einen Liter Diesel heuer im Schnitt um 13 Cent weniger zu bezahlen als von Jänner bis inklusive Juni 2019. Der deutlich geringere Verbrauch sowie der niedrigere Preis führte zu einer Gesamtersparnis von mehr als 700 Mio. Euro.

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