Wirtschaft
28.04.2017

conwert: Vonovia plant Squeeze-Out für Streubesitz

Streubesitzaktionäre sollen in bar abgefunden werden, entsprechender Beschluss soll anlässlich der conwert-Hauptversammlung gefasst werden.

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia will als Mehrheitseigentümer der österreichischen conwert Immobilien Invest SE die übrigen conwert-Aktionäre loswerden. Die Streubesitzaktionäre sollen angemessen bar abgefunden werden, hat Vonovia schriftlich beantragt. Einen entsprechenden Beschluss soll eine conwert-Hauptversammlung fassen. Vonovia hält 93,09 Prozent an conwert.

Das schriftliche Verlangen nach § 1 Abs. 1 GesAusG (Gesellschafter-Ausschlussgesetz) hat die Vonovia SE bei der conwert gestellt, wie am Freitag bekannt gegeben wurde. Details zur Höhe der angemessenen Barabfindung sollen nach Abschluss einer erforderlichen Unternehmensbewertung gesondert mitgeteilt werden.

Die conwert-Aktie drehte am Freitagnachmittag an der Wiener Börse nach dieser Mitteilung deutlich ins Plus. Waren die Titel im Frühhandel noch im Minus, legten sie bis knapp nach 14 Uhr auf 16,40 Euro zu, ein Plus von 4,09 Prozent gegenüber dem Vortag.

Mit ihrem freiwilligen Übernahmeoffert für die conwert hatte sich Vonovia bis März 93,09 Prozent der Aktien und Stimmrechte des Wiener Unternehmens gesichert. Insgesamt wurde das Vonovia-Angebot für 94,867.722 conwert-Aktien angenommen. Von den 93,09 Prozent entfielen 87,57 Prozent auf das Baroffert von 16,16 Euro/Aktie, 5,52 Prozent auf die Tauschalternative, wie es Ende März hieß.

Von Anfang an war bei dem Take-over gerätselt worden, wie lang es bis zu einem Squeeze-Out und einem allfälligen Delisting vom Kurszettel dauert. conwert ist im Wiener Börse-Leitindex ATX enthalten, die Vonovia im deutschen Aktienindex DAX. Über der Schwelle von 90 Prozent ist grundsätzlich ein Squeeze-Out möglich.

Durch den Zusammenschluss von Vonovia und conwert entsteht ein Unternehmen mit einem kombinierten Portfolio von rund 355.000 Wohnungen. Die rund 24.500 Wohnungen von conwert liegen vor allem in Leipzig, Berlin, Potsdam, Dresden und Wien. Einschließlich Schulden kostet die conwert-Übernahme Vonovia bis zu 2,7 Mrd. Euro, wurde berichtet.