China bleibt Deutschlands wichtigster Partner im Au§enhandel

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Wirtschaft
11/15/2021

2021 ist für Chinas Industrie eine Berg- und Talfahrt

Nach einem guten Start ins neue Jahr kam im Sommer die Ernüchterung. Jetzt zeigt sich wieder ein Hoffnungsschimmer.

von Thomas Pressberger

Chinas Wirtschaft erlebt heuer ein Wechselbad der Gefühle, auf unerwartet gute Monate folgen überraschend schlechte. Und das dürfte sich auch in den kommenden Monaten nicht so rasch ändern.

Wieder Wachstum

Trotz der Engpässe und des harten Vorgehens der Behörden gegen Corona-Ausbrüche hat die chinesische Wirtschaft im Oktober wieder einen Zahn zugelegt. Darauf deuten das beschleunigte Wachstum von Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen hin. Die Unternehmen stellten um 3,5 Prozent mehr her als ein Jahr zuvor. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von drei Prozent gerechnet.

Die Aussichten bleiben aber getrübt. "Das Wachstum wird sich wahrscheinlich im Rest dieses Jahres abschwächen", sagt der Chefökonom des Vermögensverwalters Pinpoint Asset Management, Zhiwei Zhang. Covid-Ausbrüche haben weitere Städte dazu gezwungen, ihre Reisebeschränkungen zu verschärfen, was wahrscheinlich den Dienstleistungssektor im November beeinträchtigen wird.

Dazu kommen die Probleme auf dem Immobiliensektor, wo den Branchengrößen China Evergrande und Kaisa die Zahlungsunfähigkeit droht. Die Entwicklung hier sei das größte Risiko für die Konjunktur, sagte Zhiwei. Experten rechnen deshalb damit, dass Regierung und Zentralbank stützend eingreifen werden.

"Wir erwarten, dass die politischen Entscheidungsträger weitere Lockerungsmaßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass das Wachstum zu stark sinkt", sagte Ökonom Louis Kuijs von Oxford Economics.

Im dritten Quartal ist die chinesische Wirtschaft zum Vorjahr nur noch um 4,9 Prozent gewachsen. Das war der niedrigste Wert seit dem dritten Quartal 2020. China ist wirtschaftlich in Summe aber trotzdem noch wesentlich besser durch die Corona-Krise gekommen als viele andere Staaten.

Rückgang

Betrachtet man die Monate davor, so erlebte Chinas Industrie ein Auf und Ab. Rohstoffpreise und Stromausfälle drückten im September die Industrietätigkeit, während der Dienstleistungssektor nach dem Abklingen der Virus-Ausbrüche wieder expandierte.

Im August ist die Produktion in Chinas Fabriken sogar zum ersten Mal seit fast eineinhalb Jahren wegen der Auswirkungen der Pandemie geschrumpft. Maßnahmen zur Eindämmung jüngster Virus-Ausbrüche, Lieferengpässe und hohe Rohstoffpreise versetzten der Fertigung einen Schlag.

"Das Wiederaufflammen von Covid-19 hat die wirtschaftliche Normalisierung, die im zweiten Quartal des vergangenen Jahres begann, ernsthaft infrage gestellt", sagt Wang Zhe, leitender Wirtschaftswissenschaftler bei der Caixin Insight Group zu den Daten.

Starker Start

Dabei war Chinas Industrie unerwartet stark ins Jahr 2021 gestartet. Sie produzierte im Jänner und Februar 35,1 Prozent mehr als in den von der Coronakrise gezeichneten beiden ersten Monaten des Vorjahres, während die Einzelhändler zugleich 33,8 Prozent mehr in ihren Kassen zählten. Die Erwartungen der Ökonomen wurden jeweils übertroffen, ebenso das Vorkrisenniveau von Jänner/Februar 2019.

Doch die Freude solle nur von kurzer Dauer sein. Ab dem zweiten Quartal begann Chinas Industrie unerwartet stark zu schwächeln und sollte danach auch über die Sommermonate nicht wieder Fahrt aufnehmen.

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