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Interview
10/27/2019

Atomic-Geschäftsführer: "Chinesen lieben das Atomic-Rot"

Wolfgang Mayrhofer über die Bedeutung von Sölden, Entwicklungen in der Skibranche und und den Hoffnungsmarkt China.

Natürlich hätte Wolfgang Mayrhofer in Sölden gerne einen Sieg eines Atomic-Läufers bejubelt. Aber der Geschäftsführer des Traditionsunternehmens-Unternehmens aus Altenmarkt hat immer auch den Skisport als Ganzes im Blick. „Für die gesamte Skiindustrie ist es enorm wichtig, wenn solche tollen Bilder raus gehen wie an diesem Wochenende.“

KURIER: Warum ist Sölden dermaßen wichtig für die Skiindustrie?

Wolfgang Mayrhofer: Weil es schon Tradition hat, dass in Sölden und mit diesen beiden Rennen der Winter eröffnet wird. Es geht dabei vor allem um die Faszination Skifahren – und natürlich auch um die Inspiration. Diese tollen Bilder aus Sölden animieren die Menschen zum Skifahren. Der Push ist extrem wichtig.

Macht die Skiindustrie denn gerade harte Zeiten durch?

Wir waren schon einmal herunten auf drei Millionen verkaufte Paar Ski im Jahr. In den letzten drei Jahren sind wir weltweit aber wieder auf 3,2 Millionen gestiegen.

Gibt es einen Grund für den Aufschwung?

Einerseits waren die letzten Winter sehr schneereich, zum anderen ist der Trend deutlich sichtbar, dass es die Menschen in die Berge zieht. Das wird sich auch so fortsetzen. Was im Sommer Wandern ist, das ist im Winter Skifahren oder Tourengehen.

Was sind denn aktuell die stärksten Ski-Märkte?

Die USA liegen als Einzelmarkt voran, danach kommt Frankreich, Österreich ist dann der drittgrößte Markt.

Hat sich das Kaufverhalten über die Jahre verändert?

In den letzten Jahren ist der Verleihmarkt entstanden. Heute ist jedes zweite verkaufte Paar Ski ein Leihski. Für die Leute, die in die Alpen kommen, ist die Barriere viel kleiner geworden. Die müssen jetzt nicht mehr in Frankfurt oder in Hamburg Ski und Ausrüstung kaufen, die kommen einfach in die Wintersportorte, und haben das neueste Material.

Atomic befindet sich mittlerweile im Besitz der chinesischen Anta-Gruppe. Welche Auswirkungen hat das für das Unternehmen?

Es gibt von den neuen Eigentümern ein klares Bekenntnis zur Marke und auch zum Standort Altenmarkt. Anta Sports ist stolz, dass sie eine Traditionsmarke wie Atomic an Bord haben. Und sie lieben das Atomic-Rot.

Die Chinesen lieben das Atomic-Rot? Ja, die flippen sogar richtig aus. Wir haben einmal den Mitgliedern einer Delegation aus China rote Jacken mit dem Atomic-Logo geschenkt. Die waren hin und weg und haben ständig Fotos gemacht.

Wie präsentiert sich denn die „Skination China“.

Es gilt jetzt, dort überhaupt einmal den Skimarkt zu entwickeln und aufzubauen. Ich habe den Eindruck, dass Skifahren in China im Moment noch ein bisschen exotisch ist – zugleich aber auch cool. Auf der größten Prachtstraße in Peking sieht man in den Auslagen der Geschäfte unsere Ski stehen. Es wird viel investiert, und China ist ein unvorstellbarer Markt.

Staatspräsident Xi Jinping sprach davon, dass 300 Millionen Chinesen Wintersport betreiben sollen?

Ich kenne diese Aussage. Laut Marktprognosen wird China in den nächsten Jahren ungefähr eine Größenordnung wie Frankreich einnehmen, da sprechen wir dann von 400.000 verkauften Paar Ski pro Jahr. Das ist ein schöner Markt, der viel Potenzial hat, wenn man weiß, dass in China eine halbe Milliarde Menschen lebt, die wohlhabend ist. Man spürt dort auch die Aufbruchstimmung wegen der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Das wird für den gesamten Skisport ein Impuls sein. Und ich habe auch das Gefühl, dass es dort nachhaltiger wird als in anderen Olympiaorten.

Abschließend: Mit Marcel Hirscher ist der Superstar abgetreten. Wie würde denn ein durchschnittlich begabter Skifahrer mit Hirschers Material zurecht kommen?

Er hätte wahrscheinlich nicht besonders viel Spaß damit. Diese Ski sind ganz anders zu fahren, ein durchschnittlicher Skifahrer würde nur geradeaus kommen. Beim Marcel waren die Ski für die verschiedenen Kurse maßgeschneidert. Wir haben ihm eigene Ski gemacht für Alta Badia, Vail oder auch Val d’Isere.

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