© Rene Mensen (flickr/creative common)

Wirtschaft
05/15/2019

Chinas Wirtschaft verliert an Fahrt

China verliert in den Bereichen Handel, Produktion und Investitionen. Der Konflikt mit den USA soll damit nichts zu tun haben.

Chinas Wirtschaft hat zum Auftakt des zweiten Quartals in wichtigen Bereichen an Fahrt verloren. Im April ging das Wachstumstempo beim Einzelhandelsumsatz, der Industrieproduktion und den Investitionen in Sachanlagen zurĂŒck. Bei allen drei Werten wurden die Erwartungen von befragten Experten enttĂ€uscht.

Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten der Regierung hervor. Dies sei ein Alarmzeichen und zeige die Notwendigkeit fĂŒr Stabilisierungsmaßnahme seitens der Regierung, sagte Luis Xuezhi, Volkswirt bei der Bank of Communications.

Produktions- und Einzelhandelsumsatz sinken

So zog die Produktion in der Industrie im April im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 5,4 Prozent an. Im MĂ€rz war sie noch um 8,5 Prozent gestiegen. Experten hatten zwar mit einem langsameren Wachstum gerechnet, dabei aber immerhin noch ein Plus von 6,5 Prozent erwartet.

Ähnlich sieht es beim Einzelhandelsumsatz aus. Dieser legte im April im Jahresvergleich nur noch um 7,2 Prozent nach einem Plus von 8,7 Prozent im MĂ€rz zu. Volkswirte hatten lediglich mit einem leichten RĂŒckgang der Wachstumsrate gerechnet.

Und auch die Investitionen in Sachanlagen enttÀuschten. Sie legten in den ersten vier Monaten im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 6,1 Prozent zu. Bis Ende MÀrz waren sie noch um 6,3 Prozent gestiegen. Hier hatten Experten sogar mit einer leichten Belebung gerechnet.

Sollten sich die Daten im Mai und Juni nicht bessern, droht im zweiten Quartal ein deutlicher RĂŒckgang des Bruttoinlandprodukts (BIP). Zum Jahresauftakt hatte die weltweit zweitgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft das Wachstumstempo vom Jahresende 2018 noch ĂŒberraschend gehalten. In den ersten drei Monaten legte das BIP um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Hier hatten Experten mit einem leichten RĂŒckgang auf ein Plus von 6,3 Prozent gerechnet.

Aktuelle Daten: Wohl kein Zusammenhang mit Handelskonflikt

Die Daten liefern eher AufschlĂŒsse ĂŒber den Zeitraum vor der VerschĂ€rfung des Handelskonflitktes mit den USA. Dieser hat sich inzwischen verschĂ€rft.

Die US-Regierung hatte am vergangenen Freitag Sonderzölle auf Warenimporte im Wert von 200 Milliarden Dollar (178 Mrd. Euro) aus China von bisher 10 Prozent auf 25 Prozent erhöht. Trump begrĂŒndete dies mit zu langsamen Fortschritten bei den HandelsgesprĂ€chen beider LĂ€nder. China kĂŒndigte im Gegenzug eine Erhöhung der Sonderabgaben auf US-Produkte im Wert von 60 Milliarden US-Dollar an.

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