Chemie-KV-Streik: Erdgas-Zuleitung im Chemiepark Linz lahmgelegt
In Linz entsteht derzeit durch die Stahlindustrie ein großer Teil der österreichischen CO2-Emissionen. In Zukunft könnte ein Teil davon im Boden gespeichert werden (Symbolbild).
Im Streit um den Kollektivvertrag für die rund 50.000 Beschäftigten der Chemiebranche wird weiter gestreikt. In der Nacht auf Donnerstag sei der zentrale Leitstand im Chemiepark Linz heruntergefahren worden, teilt die Gewerkschaft GPA mit. Damit sei die Erdgas-Zuleitung unterbrochen, der "Anfang der Produktionskette" sei stillgelegt. Betroffen seien mehrere Unternehmen im Chemiepark, das Hochfahren der Anlage werde einige Tage dauern.
Der Leitstand sei die Kontrollzentrale für die ersten chemischen Produktionsabläufe. Erdgas ist ein Hauptbestandteil in der Düngemittelerzeugung im Chemiepark, die nun stillstehe. Gestreikt wird eine Schicht lang. Ohne Mitarbeiter könne die Produktion nicht wieder hochgefahren werden. Nach dem Streik werden Wartungsarbeiten durchgeführt, die einige Tage dauern sollen, erklärte die Gewerkschaft. Die Aktion führe zu einer Störung der Produktionsabläufe und einer Verknappung der Grundstoffe.
Weitere Streiks kommende Woche
"Unser Vorgehen ist die Reaktion auf das unverschämte Angebot der Arbeitgeber. In sieben Runden kein einziges annehmbares Angebot vorzulegen, führt zu entsprechenden Reaktionen bei den Beschäftigten", so der Geschäftsführer der GPA Oberösterreich, Wolfgang Gerstmayer gegenüber der APA. Kommende Woche sollen Streikmaßnahmen in anderen Betrieben fortgesetzt werden, je nach Verlauf der Verhandlungen sei auch ein unbefristeter Streik möglich.
Die siebente Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die Chemiebranche wurde am gestrigen Mittwoch nach 14 Stunden ohne Ergebnis unterbrochen. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 11. Juni um 14 Uhr starten, bis dahin hat die Gewerkschaft befristete Streiks in den Betrieben angekündigt. Die Arbeitnehmerseite fordert ein Lohn- und Gehaltsplus von 3 Prozent.
Die rund 230 Unternehmen der Chemischen Industrie mit mehr als 50.000 Beschäftigten sind in unterschiedlichen Bereichen aktiv, unter anderem in der Produktion von Pharmazeutika, Kunststoffen und Kunststoffwaren, Fasern, Lacken, Düngemitteln oder auch organischen und anorganischen Chemikalien.
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