Michael Tojner

© Kurier/Deutsch Gerhard

Wirtschaft
03/03/2021

Causa Tojner: "Verdachtsmomente massiv erhärtet"

Investor Michael Tojner ist Beschuldigter in zwei Ermittlungsverfahren, er bestreitet alle Vorwürfe

„Die vom Land Burgenland geäußerten Verdachtsmomente haben sich durch die bisherigen Ermittlungen und die vorliegenden Beweisergebnisse massiv erhärtet“, schreibt ein Oberstaatsanwalt in einer 45 Seiten starken Durchsuchungsanordnung. Diese wurde am 10. Februar 2021 in der Wiener Firmenzentrale des Unternehmers Michael Tojner vorgelegt. Seit zwei Jahren ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Tojner und weitere 34 Personen wegen des Verdachts der Untreue und des schweren Betruges.

Im Zentrum der Causa steht eine Anzeige des Landes Burgenland und drei ehemals gemeinnütziger Wohnbaugesellschaften Gesfö, Riedenhof und Pannonia (die Tojner übernommen hat). Die drei Bauvereinigungen verlegten ihre Sitze ins Burgenland und unternahmen alles, damit ihnen die Gemeinnützigkeit entzogen wurde.

Ein solcher Entzug zieht eine Abschlagszahlung für die bestehenden Immobilien an das zuständige Bundesland nach sich, deren Höhe sich nach der zuletzt eingereichten Bilanz ergibt. Laut Gesetz sollte das Land Burgenland als Abgeltung den objektiven Verkehrswert der Liegenschaften erhalten.

Damit die Abschlagszahlungen aber möglichst gering ausfielen, sollen „Vermögenswerte in Bilanzen der Bauvereinigungen wissentlich falsch dargestellt“ und „fingierte Rückstellungen“ dotiert worden sein.

Als mutmaßlichen Regisseur haben die Ermittler Tojner im Verdacht. Dieser ist jedoch anfangs nicht in Erscheinung getreten, sondern soll Treuhänder und Strohmänner vorgeschickt haben.

„Aus den vorliegenden Beweisergebnissen kann der dringende Verdacht abgeleitet werden, dass Michael Tojner von Anfang an der wahre wirtschaftliche (zumindest Mit-)Eigentümer der Pannonia, Gesfö und Riedenhof ist und diese beherrschte“, heißt es in der Anordnung.

„Wert unterschritten“

Ziel sei es gewesen, sich das „sehr hochwertige Liegenschaftsvermögen der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften zu weit unter dem Verkehrswert liegenden Preisen anzueignen und durch zeitnahen Verkauf zu angemessenen Preisen hohe Gewinne zu erzielen“. Am Ende hat die Tojner-Gruppe für die Wohnbauten der Riedenhof und Gesfö 14,28 Millionen Euro Abschlagszahlungen geleistet. Das Land Burgenland beklagt einen Schaden in der Höhe von bis zu hundert Millionen Euro.

„Unser Mandant weist die Vorwürfe entschieden zurück und hat größtes Interesse, diese schnellstmöglich aufzuklären“, kontert Tojners Anwalt Karl Liebenwein. „Zu allen Liegenschaften liegen Gutachten renommierter Sachverständiger vor, die die Verkehrswerte richtig abbilden und die in den geprüften Jahresabschlüssen der Gesellschaften Eingang fanden.“

Causa Chorherr

Indes ist Tojner auch Beschuldigter in der Causa um Christoph Chorherr. Dabei geht es um Spenden an einen Verein des früheren grünen Ex-Stadtplaners und einem möglichen Zusammenhang mit Tojners Heumarkt-Projekt. Der Verdacht: Bestechung und Bestechlichkeit. Tojner hat aber nicht gespendet. Tojner und Chorherr weisen die Vorwürfe zurück.

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