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Börsenpremiere für Grazer Atomkraft-Vision

Emerald Horizon notiert ab Freitag in Wien.
PK Emerald Horizon

Die Atomkraft feiert in Europa Renaissance. Künftig nicht nur in Form herkömmlicher Reaktoren, sondern auch mittels kleiner modularer Einheiten, „Small Modular Reactors“ (SMR) genannt. Die EU stellt für die Entwicklung und Herstellung dieser neuen Gattung an Reaktoren 200 Millionen Euro bereit. Nicht nur Großkonzerne arbeiten daran, sondern auch zahlreiche Start-ups. Darunter auch das Grazer Unternehmen Emerald Horizon. Dabei verfolgen die Firmengründer Florian Wagner und Philipp Pölzl jedoch einen anderen Zugang.

„SMRs sind kaum günstiger als normale Reaktoren“, sagt CEO Wagner im KURIER-Gespräch, weil sie nur kleiner, aber technisch ident seien. Der Ansatz von Emerald Horizon ist ein anderer: Es baut auf eine Kombination aus Batterie- und Wärmespeicher im Verbund mit einem thoriumbasierten Reaktor. Thorium gilt als sicherer als Plutonium, ist allerdings teurer bei der Umwandlung in spaltbares Material. 

Wagner ist überzeugt, dieses Problem lösen zu können. Noch heuer soll der für das System benötigte Elektrizitätsspeicher fertig entwickelt sein, nächstes Jahr der Hitzespeicher und 2029 der Prototyp des Reaktors zum Laufen gebracht werden. 2030/31 soll dann die Serienproduktion starten. Erst dann ist mit Einnahmen zu rechnen. Im Vorjahr schrieb das vor sieben Jahre gegründete Unternehmen einen Verlust von 768.000 Euro.

Um Risiko und Aufwand zu reduzieren, wird mit dem niederländischen Konzern VDL zusammen gearbeitet. „Sie entwickeln gemeinsam mit uns, kümmern sich um den Bau und den Vertrieb. Daher brauchen wir nur ein kleines Team in Österreich“, sagt Wagner. Daher brauchen wir nur ein kleines Team von rund 50 Mitarbeitern in Österreich“, sagt Wagner.

Für die nächsten Schritte wird Kapital benötigt. Im November des Vorjahres gab es eine größere Kapitalrunde, bei der mehr als 60 Investoren einige Millionen Euro bereits gestellt haben. Weitere rund 220 Millionen Euro sollen noch folgen.

Glaubwürdigkeit

Parallel dazu startet heute, Freitag, das Listing an der Wiener Börse. Dabei handle es sich um keinen klassischen Börsegang, wie Wagner betont. Denn die bestehenden Investoren, darunter aus Wissenschaft, dem Energie- oder Nahrungsmittelsektor, geben keine Anteile ab. 

„Der Börsegang soll Glaubwürdigkeit vermitteln und eine solide Basis für später darstellen, wenn es eine weitere Kapitalerhöhung geben sollte.“ Auf Basis der ersten, geplanten Kapitalrunde ergibt sich ein recht hoher Firmenwert von rund 800 Mio. Euro. Eine Aktie hat den Wert von 760 Euro.

Investoren sind übrigens auch der frühere FPÖ-Politiker Norbert Hofer, der zugleich die strategische Kommunikation innehat. "Ihn habe ich während seiner Zeit als Infrastrukturminister kennengelernt, aber die Idee ist bei seinen Mitarbeitern gescheitert. Er hat sich dafür später entschuldigt." 

Auch Ex-Nationalbankgouverneur Robert Holzmann ist mit an Bord. Er fungiert auch als Sprecher für den Kapitalmarkt und kümmert sich unter anderen um Großkredite. Er ist von dem Konzept überzeugt. „Die Minireaktoren eignen sich unter anderen für Netzstabilisierung, kritische Infrastruktur, E-Mobilität, Schiffe oder energieintensive Unternehmen. Österreichs Industrie würde davon profitieren. Und physikalisch funktionieren sie anders. Es gibt dabei keinen Grund für Angst vor Atomstrom.“

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