Die heimischen Molkereien setzen generell auf gentechnikfreie Milch.

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EU-Vorgabe
11/13/2019

Bio nur noch bei Weidehaltung

18.000 Betriebe sind österreichweit betroffen. Ausnahmen von Bio-Richtlinie werden gestrichen.

von Andreas Anzenberger

Die EU-Kommission hat die Umsetzung der EU-Bioverordnung in Österreich überprüft. Die Beanstandungen haben sich in Grenzen gehalten. Mit drei Ausnahmen von der EU-Bioverordnung war die EU allerdings nicht einverstanden. Sie müssen bis 2020 gestrichen werden.

Es gibt in Österreich derzeit noch Ausnahmen von der Weidepflicht für Rinder, Schafe oder Ziegen im Biobereich. So wurde bisher die Entfernung und die Erreichbarkeit der Weideflächen berücksichtigt.

Damit ist jetzt Schluss. Die EU-Kommission hat klargemacht, dass es rasch Änderungen geben muss.

Briefe an die Bauern

Bis Ende der Woche werden rund 18.000 Betriebe per Brief über das Auslaufen der Ausnahmen von der Weidehaltung informiert. Wer keine passenden Weideflächen hat, wird die Produkte in Zukunft nicht mehr als Bio verkaufen können. Zuletzt hatte der Lebensmitteleinzelhandel auf die Landwirte Druck gemacht. Ohne Weidehaltung werde man die Produkte nicht mehr kaufen.

Die Bauern haben die Möglichkeit bis 16. Dezember ins Agrarumweltprogramm „Tierschutzweide“ einzusteigen. Man kann für die Weidehaltung eine „Leistungsabgeltung“ beantragen. Umfangreiche Beratung zum Thema bieten Landwirtschaftsministerium, Sozialministerium (zuständig für Gesundheit und Konsumentenschutz) sowie die Landwirtschaftskammer und Bio Austria.

Abgeschafft wird auf Druck der EU-Kommission auch die bisherige Regelung für die generelle Erlaubnis zur Enthornung oder zum Kupieren der Tiere. Künftige sind nur mehr Einzelgenehmigungen möglich.

Der dritte Einwand der EU-Kommission betrifft die Überdachung der Auslaufflächen. Es dürfen künftig nur mehr 75 Prozent überdacht sein und nicht wie bisher 90 Prozent.

„Wir sind generell nicht glücklich damit, dass viele Höfe innerhalb einer sehr kürzen Frist mit diesen Änderungen konfrontiert sind“, lautet das Statement von Markus Leithner, Pressesprecher von Bio-Austria. Die EU habe allerdings auf einer raschen Korrektur bestanden.

Mehr Bio-Flächen

In den vergangenen Jahren ist der Bio-Anteil in der landwirtschaftlichen Produktion in Österreich von Jahr zu Jahr gestiegen und hat mittlerweile 25 Prozent der landwirtschaftlich genützten Flächen erreicht. Mittlerweile steigt auch in anderen Ländern wie etwa Deutschland der Anteil an Bio-Flächen. EU-weit sind es erst sieben Prozent. 2021 soll eine neue Biorichtlinie in der EU in Kraft treten. Über wichtige Fragen wie die für die Biolandwirtschaft zulässigen Pflanzenschutzmitteln wird heftig diskutiert.

Wesentlichen Anteil am Erfolg von Bio haben auch die öffentlichen Förderungen von jährlich insgesamt rund 270 Millionen Euro.

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