Wirtschaft
11.01.2013

bauMax und Praktiker wollen zusammenrücken

Eine Fusion ist noch im ersten Halbjahr 2013 möglich.

Die niederösterreichische Baumarktkette bauMax und der deutsche Konkurrent Praktiker zimmern ein Konzept für eine gemeinsame Zukunft. Beide Unternehmen schreiben hohe Verluste. Rettung erhofft man sich durch die Zusammenlegung des defizitären Ost-Geschäfts. „Allein in Ungarn, Rumänien und Bulgarien könnten Synergien von bis 30 Millionen Euro im Jahr gehoben werden“, rechnet ein Involvierter vor. Beide Unternehmen haben dort lange gut verdient. Mit der Wirtschaftskrise war die Goldgräberstimmung aber abrupt vorbei.

Eine offizielle Bestätigung für die Fusionspläne gibt es weder von bauMax-Chef Martin Essl noch von Praktiker-Vorstand Armin Burger. „Es gibt keine Gespräche“, so die offiziellen Statements der beiden. Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny meinte dagegen gegenüber dem Format: „Warum nicht, wenn es für beide Sinn macht.“

Fest steht, dass der deutsche Unternehmensberater Roland Berger seit Jahren Berater von Praktiker ist. Und seit vergangenem Herbst arbeitet er auch an einem Restrukturierungskonzept für bauMax. Auf Geheiß der Bank Austria, Hauptgläubigerin von bauMax. In Branchenkreisen gilt es als ausgemachte Sache, dass der Consulter vor allem den Auftrag hat, die Fusion in die Wege zu leiten. „Beide Unternehmen verbrennen in Osteuropa seit Jahren viel Geld. Die Zeit drängt, eine Fusion wäre noch im ersten Halbjahr 2013 möglich“, sagt ein Insider. Im Vorjahr hat die Familie Essl mit ihren bauMax-Märkten rund 57 Millionen Euro Verlust geschrieben. Bei Praktiker ist das Minus etwa zehn mal so hoch ausgefallen.

Triebfeder für die Fusionspläne soll Praktiker-Chef Burger sein. Er steht unter Druck. Der ehemalige Hofer-Manager hat seinen Investoren versprochen, mit Praktiker bis 2014 den Turnaround zu schaffen. Gelingen soll das unter anderem mit der Schließung von Märkten.

Schließungen

Informierten Kreisen zufolge will er in den kommenden Monaten die zehn Praktiker-Märkte in der Türkei abstoßen. Die drei Niederlassungen in Luxemburg stehen ebenfalls noch im ersten Halbjahr zum Verkauf. Mit diesen Maßnahmen sollen dem Vernehmen nach rund 30 Millionen Euro in die chronisch leeren Kasse kommen. Das Geld wird dringend für die Sanierung gebraucht.

Den Löwenanteil der teuren Rettung der Baumarkt-Kette hatte Praktiker im Herbst quasi in letzter Minute mit einer Kapitalerhöhung und mehreren Krediten finanziert. Den Kurs der Praktiker-Aktie haben die Fusionsgerüchte am Freitag jedenfalls beflügelt.