Wirtschaft 12.01.2012

"Ausschluss Griechenlands brächte 3. Welt-Niveau"

© Bild: KURIER/Walter Schweinöster

Finanzkrise, Rettungssschirm & Co.: Die stellvertretende KURIER-Chefredakteurin Martina Salomon lud zur Podiumsdiskussion.

Um die fast täglichen Schlagworte „Rettungsschirm“, „Finanzkrise“ und „Ratingagentur“ ging es am Dienstag bei einer Diskussion der Reihe „Europa Club uni“ an der Universität Salzburg, bei der hochkarätiger Besuch zu Gast war. Martina Salomon, stellvertretende KURIER-Chefredakteurin, hatte Gertrude Tumpel-Gugerell, ehemaliges Direktoriumsmitglied der EZB, Politologin Sonja Puntscher Riekmann und Wirtschaftswissenschafter Hannes Winner auf dem Podium.

Tumpel-Gugerell verteidigte dabei die Schutzschirme für krisengebeutelte Länder und sprach sich gegen einen Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone aus. „Das wäre ein Rückschritt auf Dritte-Welt-Niveau. Griechenland erholt sich nicht so schnell wie etwa Irland –, aber es ist schon besser geworden, die politischen Signale sind da.“

Die Sorgen um die Krise in Griechenland und Italien sowie um die größte italienische Bank UniCredit ließen in den vergangenen Tagen auch den Eurokurs einbrechen. Die Angst um den Euro bezeichnet Tumpel-Gugerell allerdings als Schwarzmalerei. „Das sind einzelne Warnungen. Die Länder brauchen Zeit, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen.“

Im aktuellen Wettlauf Ungarns gegen eine Staatspleite glaubt das ehemalige EZB-Mitglied an einen positiven Ausgang. „Ich hoffe schon, dass Ungarn zu einer Einigung mit dem Währungsfonds kommt. Sonst zahlt die ungarische Bevölkerung dafür, wenn der Forint abgewertet wird – und zum Teil auch natürlich Österreich.“

Was ist eigentlich schief gelaufen, dass es soweit kommen konnte, wollten Studenten von den Experten wissen. „Es wollten alle bei der Währungsunion dabei sein. Man rechnete mit zu viel Wirtschaftswachstum und die Kooperation fehlte. Keiner wollte an Brüssel Macht abgeben.“

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Erstellt am 12.01.2012