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WIRTSCHAFT VON INNEN
03/08/2021

Aufsichtsrätinnen: Eine sehr konsequente Ministerin

Leonore Gewessler von den Grünen sind mehr Frauen in Führungspositionen ein ernsthaftes Anliegen.

von Andrea Hodoschek

Das Ministerium der Grünen Leonore Gewessler ist nach dem Finanzministerium das wirtschaftlich wichtigste Ressort. Zuständig für Klima, Mobilität, Energie, Technologie und Infrastruktur hängen an diesem Mega-Ministerium 19 Unternehmensbeteiligungen. Vom größten Unternehmen des Landes, den ÖBB, abwärts.

Mit Gewesslers Amtsantritt war rasch klar, dass eine Chefin kommt, der mehr Frauen in Führungspositionen ein ernsthaftes Anliegen sind. Bei gleicher Qualifikation werden Frauen konsequent bevorzugt. Dass sich Gewessler bei Postenbesetzungen vorher oft nicht in die Karten schauen lässt und sehr eigenständig entscheidet, stößt beim türkisen Regierungspartner nicht immer auf große Freude. Allerdings hat die grüne Ministerin bis dato keinen Fehlgriff gemacht.

Bis 2024 will die Regierung in staatsnahen Unternehmen eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent erreichen. Gewessler hat die Latte schon übersprungen und den Anteil von 37 auf 49 Prozent erhöht. In 14 Unternehmen wird die Quote bereits erfüllt. Dass der Frauenanteil schon beim Amtsantritt höher war als in anderen Ministerien, ist Vorgängerin Doris Bures zu verdanken. Die SPÖ-Ministerin hievte im von Männern dominierten Verkehrs- und Technikressort etliche Frauen in die Führungsetagen.

Vorsitzende eines Aufsichtsrates haben mehr Einfluss als einfache Mitglieder. Sieben Unternehmen haben heute Frauen an der Spitze. Bei den ÖBB und beim Autobahnbetreiber Asfinag ersetzte Gewessler die FPÖ-nahen männlichen Aufsichtsratschefs ziemlich rasch. Vorsitzende der Staatsbahn ist heute Andrea Reithmayer. Hatte der vormalige blaue Minister Norbert Hofer die Ex-SPÖ-Politikerin Brigitte Ederer unfreundlich hinauskomplimentiert, holte Gewessler die ehemalige Siemens-Topmanagerin zurück an Bord. Bei den ÖBB steigerte Gewessler den Frauenanteil von 38 auf 63 Prozent. Bei der Asfinag holte Gewessler nach Turbulenzen im Vorstand unter türkis-blau die Ex-Bankerin Christa Geyer als Chefin des Aufsichtsrates.

Ist aber nicht so, dass die Frauenkarte ein Freibrief wäre. Nach einem seltsamen Auftritt im U-Ausschuss berief Gewessler die Waffenindustriellen-Gattin Kathrin Glock aus dem Aufsichtsrat der Flugsicherung Austro Control ab.

„Gleichberechtigung bedeutet aktive Frauenförderung, nicht nur am Weltfrauentag, sondern das ganze Jahr“, argumentiert Gewessler. Und macht klar, dass bei 50 Prozent noch lange nicht Schluss ist.

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