Wirtschaft von innen: OeBS Provisionsskandal: Die Frage der Revision

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Wirtschaft
07/31/2012

Aufklären statt zensurieren

Werbeverbote mögen gut gemeint sein, sind aber wirkungslos.

von Andrea Hodoschek

Die EU weiß, was für ihre Bürger gut ist und will der Tabakindustrie noch härtere Bandagen anlegen. Neutrale Zigarettenpackungen, die in den Trafiken verschämt unter der Budel gehandelt werden, sollen die Lust aufs Rauchen endgültig vergällen.

Schön langsam wird’s lächerlich. Jedes Kind weiß, dass Rauchen ungesund ist. Doch alle bisherigen Werbeverbote haben keine Wirkung gezeigt. Der Marlboro-Mann, der übrigens an Lungenkrebs verstorben ist, reitet schon seit vielen Jahren nicht mehr über die Fernsehschirme, trotzdem rauchen die Österreicher nicht weniger. Im Gegenteil, junge Menschen greifen immer öfter zum Glimmstängel. Jugendliche saufen sich ins Koma, daher müsste die EU auch die Alkoholwerbung verbieten. Die Bacardi-Girls haben ausgetanzt und Schnaps, Bier und Wein werden aus den Supermarktregalen in dunkle Hinterhof-Hallen verbannt. Weil Süßigkeiten ebenfalls zu den ungesunden Verführern gehören, könnte die EU auch gleich die Schokolade-Werbung mit ihrem Bannstrahl belegen. Kinder und Erwachsene werden immer fetter, also Licht aus für die TV-Spots über Hamburger und Fertigmenüs.

Statt in nordkoreanischer Zensur-Manier gegen die Werbewirtschaft vorzugehen, muss durch bessere Aufklärung an das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung und die Verantwortung der Eltern appelliert werden. An ihnen liegt es, den Nachwuchs über die Gefahren von Konsumdrogen aufzuklären. Das bringt mehr als alle noch so gut gemeinten Werbeverbote zusammen.

So nebenbei sei noch an die Scheinmoral des Staates erinnert. Der will nicht, dass seine Bürger tschicken und saufen, kassiert aber gerne die hohen Tabak- und Alkoholsteuern.

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