AUA-Betriebsrat warnt vor Flugplan-Chaos

dapdDer Betriebsratsvorsitzende Board der Austrian Airlines (AUA), Karl Minhard, spricht am Donnerstag (26.01.12) in Schwechat bei Wien bei einer Betriebsversammlung der Piloten und Flugbegleiter. Die Gewerkschaft der Privatangestellten und der Betriebsra
Foto: dapd Crashkurs: Betriebsrat Karl Minhard blitzt mit Angebot ab.

Im Streit um die Piloten-Gehälter bleiben Vorstand und Betriebsrat auf Konfrontationskurs.

Im Streit um die Piloten-Gehälter bei den Austrian Airlines (AUA) fliegen Vorstand und Betriebsrat weiter auf Crashkurs. Der Betriebsrat Bord warnte am Freitag eindringlich vor Problemen im Sommerflugplan, sollte es zum zwangsweisen Umstieg auf den billigeren Tyrolean-Kollektivvertrag und damit zu Massen-Abgängen von Piloten kommen. "Wenn 200 bis 300 Piloten die AUA verlassen, bleibt sie am Boden, das wäre fast wie ein Konkurs", sagte Bordbetriebsrats-Chef Karl Minhard. Sobald der AUA-Aufsichtsrat den angedrohten Betriebsübergang auf die Tyrolean beschließt – dies könnte schon kommenden Donnerstag sein –, haben die Mitarbeiter ein einmonatiges, außerordentliches Kündigungsrecht mit vollen Abfertigungsansprüchen. Der Betriebsrat kündigt ferner eine Klagsflut an.

Erste Abgänge

Schon in den vergangenen Tagen haben laut Minhard die ersten 60 Piloten um ihre Abfertigung angesucht, sechs davon seien bereits gegangen. Auch bei den Flugbegleitern gäbe es laufend Anfragen. Die AUA bestätigt die ersten Abgänge, mit Problemen im Sommerflugverkehr rechnet sie aber nicht. "Wir sehen das nicht so kritisch, es muss niemand um seinen Ferienflieger nach Rhodos fürchten", beruhigt AUA-Sprecher Michael Braun. Die Flotte werde ohnehin verringert, viele Tyrolean-Piloten würden jetzt nur Teilzeit arbeiten und es sei kein Problem, neue Piloten zu finden.

Die Verhandlungen liegen derzeit auf Eis. Ein neues Angebot des Bordbetriebsrates, mit dem jährlich 14 Mio. Euro Personalkosten eingespart werden könnten, wird vom Vorstand als viel zu gering abgelehnt. Der Umstieg auf den Tyrolean-KV brächte 32 Mio. Euro Ersparnis. Minhard hofft dennoch auf weitere Verhandlungen.

(kurier) Erstellt am
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