Drei Viertel der Österreicher lehnen Atomkraft ab
Zusammenfassung
- 76 Prozent der Österreicher lehnen Atomkraft ab.
- Erneuerbare Energien wie Wasserkraft, Photovoltaik und Windkraft erhalten deutlich mehr Zuspruch.
- Nur 35 Prozent sorgen sich vor einem Atomunfall, und wenige haben Vorkehrungen getroffen.
40 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sorgen sich zwar nur etwas mehr als ein Drittel der österreichischen Bevölkerung vor einem Atomunfall. Die Atomkraft lehnt die überwiegende Mehrheit aber ab, wie eine Umfrage der Meinungsforscher von Integral zum Jahrestag des Super-GAU am 26. April ergab.
76 Prozent oder mehr als drei Viertel der Befragten befürworten, dass es in Österreich kein Atomkraftwerk gibt. 58 Prozent sprechen sich sogar für einen Ausstieg aus der Atomkraft in ganz Europa aus.
Nach gewünschten Formen für die Energiegewinnung befragt, sprachen sich nur 12 Prozent der Befragten für Atomkraft aus. Weit mehr Zuspruch erhielten erneuerbare Energien wie
- Wasserkraft (78 Prozent),
- Photovoltaik (77 Prozent),
- Windkraft (70 Prozent) und
- Biomasse (41 Prozent).
Versorgungssicherheit Hauptargument für Atomkraft
Befürworter sprechen sich vor allem wegen der Versorgungssicherheit (24 Prozent) für Atomkraft aus. Für 23 Prozent spricht die Kostenersparnis für diese Form der Energiegewinnung. 18 Prozent sehen in ihr laut der Befragung auch Vorteile für den Klimaschutz.
Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ist mehr als 90 Prozent der Befragten noch immer ein Begriff, bei den Über-50-Jährigen sind es sogar 99 Prozent. 60 Prozent haben deshalb ihre Einstellung zur Atomkraft geändert.
Wenige über Atomunfall besorgt
Die Sorgen über eine neuerliche Atomkatastrophe halten sich mit 35 Prozent aber in Grenzen. Vorkehrungen gegen einen Atomunfall haben wohl auch deshalb nur 20 Prozent getroffen. Immerhin 30 Prozent haben sich darüber informiert, was in einem solchen Fall zu tun wäre. Also etwa sich in Innenräumen aufhalten, Fenster, Türen oder Lüftungen schließen und Leitungswasser zu meiden.
Für die Umfrage wurden 1.000 in Österreich lebende Personen zwischen 18 und 75 Jahren online befragt.
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