"Es gibt nur eingesparte Qualität"

Ein Mann mit Brille gestikuliert vor einem hellen Hintergrund.
Bei einem Symposium zum Qualitätsjournalismus warnte VÖZ-Präsident Thomas Kralinger vor "Verzwergung der österreichischen Medienlandschaft".

Schon zum dritten Mal rief der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) heuer den „Tag des Qualitätsjournalismus“ aus und beging ihn mit einem Symposium.

Ein Mann mit Brille gestikuliert während einer Rede vor einem dunklen Hintergrund.
APA9573974 - 25092012 - WIEN - ÖSTERREICH: 19. Österreichische Medientage am Dienstag, 25. September 2012, in Wien. Im Bild: Kurier-Geschäftsführer Thomas Kralinger während einer Podiumsdiskussion. APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER
VÖZ-Präsident und KURIER-GeschäftsführerThomas Kralingerwarnte eingangs vor einer „Verzwergung der österreichischen Medienlandschaft“ und forderte die Politik dazu auf, die Presseförderung zu erhöhen. Es handle sich dabei nicht um Wirtschaftsförderung, sondern um eine gesellschafts- und demokratiepolitische Maßnahme.

Schwierige Finanzierung

Keynote-Speaker Konrad Paul Liessmann identifizierte u. a. Recherche, Bewertung und die Einheit des Mediums als Eigenschaften von Qualitätsmedien. Die Kompetenz der Journalisten bestehe künftig in ihrer Urteilskraft; auch literarische, essayistische bzw. didaktische Qualitäten und vor allem Bildung seien unverzichtbar. Zum anhaltenden Sparkurs in den Redaktionen sagte Liessmann: „Wer Redaktionen schwächt und verkleinert, mag im ökonomischen Sinn sparen, der Sache nach geht das auf Kosten der Qualität. Es gibt keinen eingesparten Qualitätsjournalismus, es gibt nur eingesparte Qualität.“ Und: „Qualitätsmedien sind Minderheitenmedien und das ist ein Vorzug.“

Zwei anschließende Podiumsdiskussionen widmeten sich der schwierigen Finanzierung von Qualitätsjournalismus bzw. der Frage nach der Ökonomisierung der Berichterstattung.

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