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ORFzwei
12/06/2012

Vier „Schönste von gestern“ am Schauplatz

"Am Schauplatz": Nina Horowitz porträtiert in ihrer neuen Reportage die "Schönsten von gestern“. (21.20 Uhr, ORF 2).

von Anna Gasteiger

Auf Alice Straka sei sie aufmerksam geworden, erzählt Nina Horowitz, weil sie die aparte Dame mit der weißblonden Haarpracht jahrelang jeden Tag in einer Ottakringer Konditorei sitzen sah. Irgendwie fragte sie dort nach und erfuhr, um wen es sich handelt: Straka war von 1964 bis 1967 Ansagerin im ORF-Fernsehen und später Schauspielerin. Eine ehemalige Berühmtheit, eine der „Schönsten von gestern“ – so der Titel von Horowitz' neuester Schauplatz-Reportage.

Gleich in der ersten Szene befragt sie Straka nach ihrer Fernsehkarriere: „Wie war das damals, so einen Job zu haben?“ Man glaubt Elizabeth T. Spira, die Grande Dame der österreichischen Sozialreportage und seit einigen Jahren hauptberufliche Ehestifterin, zu hören. Der Tonfall, die Nachfragen. Thematisch wandelt Horowitz auf ähnlichen Pfaden wie einst die Spira – das Ergebnis sieht anders aus. Und fühlt sich vor allem anders an. „Die Schönsten von gestern“ ist ein liebevolles Stück über vier Menschen, die einst von ihrer Schönheit gelebt haben. Die eine als Programmansagerin, die andere, Kaffeehausbesitzerin Susanne Widl, als Model und einst „schönste Frau von Wien“.

Die dritte Porträtierte, Lore Felger, wurde 1953 zur Miss Austria gekürt und durfte anschließend zur Miss-Universe-Wahl in die USA reisen. Dort stopfte sie so viel Eis in sich hinein, dass sie kaum mehr in die Kleider passte. Felger, 78, besitzt bis heute nur vier Schminkutensilien und pflegt ein unneurotisch-heiteres Verhältnis zu Alter und Aussehen. „Ich hab zum Beispiel nie schöne Beine gehabt, was mich immer irgendwie ein bissel gekränkt hat, aber ich war jung, strahlend, fröhlich und ein Wiener Typ und das hat genügt.“

Dressman

Vierter Protagonist: Norbert Spanbald (88), ehemaliger Dressman. In der rührenden (und absichtlich unkommentierten) Abschlussszene zeigen Spanbald und seine Dressman-Freunde bei einer selbst organisierten Modenschau, wie man das wirklich macht, das Kleider-Vorführen. Nicht so grimmig Schauen wie die Jungen von heute zum Beispiel. Und immer die Frauen im Publikum anflirten – aber nur die ungefähr gleichaltrigen. Horowitz: „Es war ein Riesenerfolg, sie waren ganz glücklich. Diese Momente, in denen man spürt, dass die Leute wirklich in der Vergangenheit sind, die sind herrlich.“

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