© ORF/Petro Domenigg

TV-Premiere
02/16/2013

Terror-Tatort

Am Sonntag zeigt ORF 2 den neuen Austro-"Tatort" mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser, Regie führte Harald Sicheritz.

von Dietmar Pribil

Im Rahmen der überaus populären TV-Reihe "Tatort" setzen vor allem die deutschen ARD-Sendeanstalten immer häufiger auf ins Absurde abdriftende Kriminalfälle, gelöst von schrägen Ermittlern.

Im Fall des ORF darf diesbezüglich Entwarnung gegeben werden. Denn wiewohl für die neue "Tatort"-Episode "Zwischen den Fronten" (Sonntag, 17. Februar, 20.15, ORF 2) mit Alfred Dorfer und Andreas Vitásek zwei gestandene Kabarettisten vor der Kamera standen, ging es Regisseur Harald Sicheritz vor allem darum, „die Beamten- und Korruptionswirklichkeit abzubilden, ohne in Kabarett oder Klischee abzugleiten.“

Krimi-Premiere

Für Alfred Dorfer, der im neuen Fall des Erfolgsduos Harald Krassnitzer (Moritz Eisner) und Adele Neuhauser (Bibi Fellner) in einer größeren Episodenrolle als politisch rechts stehender Polizeibeamter mit Ministerambitionen zu sehen ist, ist „Zwischen den Fronten“ seine Fernsehkrimi-Premiere.

Ja, er weist sich sogar aufrichtig als „kein ausgesprochener ,Tatort‘-Fan“ aus. Alfred Dorfer: „Die Figur hat mich interessiert. Sie hat so etwas Schlangenhaftes. Sie hat die Eigenschaft, sich nicht zu stellen, aber nach Macht zu streben und Macht auszuüben. Sie will Minister werden und ist bereit, dafür einen sehr hohen Preis zu zahlen.“

Sein Kabarettisten-Kollege Andreas Vitásek gibt in dem von e&a Film (Markus Pauser, Erich Schindlecker) produzierten Krimi einen Gerichtsmediziner. Und weil dieser Fall nicht an den Austro-"Tatort" "Kein Entkommen" mit seinen 15 Leichen herankommt, hat Vitásek in seiner Rolle zwar reichlich zu tun, ein Burn-out droht ihm jedoch nicht.

Schauplatz Wien

Die von der Drehbuchautorin Verena Kurth ("Schnell ermittelt") verfasste Geschichte startet mit einer internationalen Konferenz der Vereinten Nationen, die in Wien stattfindet. Nur knapp entgeht dort der Konferenzleiter Marcus Sherman aus den USA einem Bombenanschlag, als er mit seiner Limousine am Tagungsort (gedreht vor dem Palais Liechtenstein) vorfährt.

Die Bombe war im Wagen des Österreichers irakischer Herkunft Kásim Bagdadi versteckt, der hier vor den Diplomaten und Staatschefs aus der ganzen Welt sprechen sollte. Während Sherman unverletzt bleibt, werden Bagdadi und ein Polizist durch die Explosion getötet.

Ein Selbstmordanschlag mit einem islamistischen Hintergrund? Chefinspektor Eisner und Kollegin Fellner nehmen jedenfalls diesbezügliche Ermittlungen auf. Die beiden müssen sich dabei allerdings in einer gemeinsamen "Task Force" dem ebenfalls eingeschalteten Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) unterordnen ...

„Es ist eine perfide, gemeine Geschichte. Wir haben es in einigen ,Tatorten‘ erlebt, dass Moritz Eisner und Bibi Fellner die Hintermänner nicht erwischen konnten. Diesmal sind wir den Hintermännern jedenfalls dicht auf den Fersen“, verspricht Neuhauser.

Explosion vor dem Palais

Zum Tatort wurde dasPalaisLiechtenstein in Wien-Alsergrund, wo für die am Sonntag im ORF laufende "Tatort"-Episode eine Autoexplosion in Szene gesetzt werden musste. Wobei der eigentliche Aufwand bei einer solchen Szene bei der Planung anfällt. Sämtliche Behörden mussten informiert und eine Begehung des Schauplatzes absolviert werden. Sogar die unweit gelegene US-Botschaft musste von der Explosion vorab in Kenntnis gesetzt werden, damit nicht ein tatsächlicher Terroralarm ausgelöst worden wäre. Bei der eigentlichen Explosion, die im Bruchteil einer Sekunde wieder verhallt war, mussten Feuerwehr und Rettung zugegen sein, zum Einsatz kamen sie jedoch nicht. Regisseur Harald Sicheritz: „Kurz gesagt: Es war spektakulär unspektakulär. Und es ist einer der wirklichen Glücksfälle beim Drehen, wenn man etwas bespricht, es plant und dann alles genauso – ohne Verzögerung und einwandfrei – abläuft.“

kurier.tv-Leserin am Set

Im Rahmen eines Gewinnspiels hatte kurier.tv-Leserin Nicole H. Anfang 2012 das große Los gezogen: Sie gewann eine Komparsenrolle bei dem von e&a-Film produzierten "Tatort". Die 36-jährige Wienerin stand bei der vor dem Palais gedrehten Schlüsselszene vor der Kamera: Nach der Explosion der Autobombe sucht sie als Mitglied der Spurensicherung (angeführt von realen Experten) nach verwertbaren Informationen. Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser nahmen sich Zeit, um mit unserer Leserin am Set zu plaudern. Am Sonntag wird sie „mit Sicherheit mit der ganzen Familie“ die TV-Premiere mitverfolgen.

KURIER-Wertung: *** von *****