epa03483610 An employee of publishing house Gruner + Jahr Business Media wears a salmon ribbon and carries the current issue of the 'Financial Times Germany' (FTD) in fornt of the publishing house's headquarters in hamburg, Germany, 23 November 2012. Gruner + Jahr discontinue their daily business newspaper 'Financial Times Germany'. EPA/CHRISTIAN CHARISIUS

© APA/CHRISTIAN CHARISIUS

Medienkrise
12/06/2012

Solidaritätswelle für wankende Zeitungen

Die schwer angeschlagene Frankfurter Rundschau erfreut sich der Unterstützung ihrer Leser. Auch in Amerika gibt es Solidaritätsbekundungen.

Am Freitag erscheint die Financial Times Deutschland zum letzten Mal. Rund um das Ende der vor knapp 13 Jahren gegründeten Blatts wurde die Zeitungskrise in Deutschland (und Österreich) heftig diskutiert – dabei sind sich Beobachter einig, dass der Fall der von Anfang an defizitäre Wirtschaftszeitung nicht symptomatisch ist.
Am Dienstag wurden FTD-Erinnerungsstücke versteigert, die Erlöse kommen den „Reportern ohne Grenzen“ zugute: Eine Erstausgabe der Zeitung brachte 1810 Euro ein. Außerdem gab es sechs tote Heuschrecken im Schaukasten – eine Anspielung auf Franz Münteferings Schimpfwort für Finanzinvestoren. Das Souvenir ging für 1211 Euro weg. Ein großes Sofa, das rundum mit FTD-Ausgaben beklebt war, brachte 1160 Euro ein. Die Trophäe „Wirtschaftsredaktion des Jahres“ erzielte 491 Euro. Ein Champagner, der zum FTD-Start an das Team verschenkt worden war, wurde für 211 Euro gekauft.

Solidaritäts-Abos

Die ebenfalls schwer angeschlagene Frankfurter Rundschau erfreut sich einem deutschen Branchendienst zufolge der Unterstützung ihrer Leser: In den letzten Wochen seien 1700 Solidaritäts-Abos abgeschlossen worden, auch der Einzelverkauf sei gestiegen.
Das ist nicht die einzige Solidaritätsaktion für wankende Zeitungen. Die originellste fand wohl in Cleveland statt: Dort hat eine Brauerei ein eigenes Bier abgefüllt, um die Zeitung Plain Dealer zu unterstützen. Der Werbespruch dazu: „Eines am Tag hält Unwissenheit im Zaum“, berichtet die New York Times. Bei dem renommierten Blatt ist auch Sparen angesagt: 30 Redakteure sollen sich mit finanziellen Anreizen aus ihrem Vertrag auskaufen lassen.

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