27. April 1945: Adolf Schärf, Karl Renner und der Wiener Bürgermeister Theodor Körner (von li.)

© ORF öSTERR. INSTITUT F. ZEITGESCHICHTE/Österr.Inst. für Zeitgeschichte

Zeitgeschichte
10/18/2013

Rückschau auf die Nation

Hugo Portisch präsentierte seine aktualisierte und auch technisch erneuerte Fassung der Reihe "Österreich II", die ab 26. Oktober in ORF III zu sehen ist (20.15).

von Luise Hahn

Man kann die Gegenwart nicht verstehen, ohne die Vergangenheit zu kennen“. Und getreu dieser Motivation zur Schaffung der Doku-Reihe, wählte Hugo Portisch für die Präsentation der Neufassung von „Österreich II“ nicht die erste, sondern die dritte Folge aus. „Denn 1945 dauerten die Regierungsverhandlungen vier Tage – da kann man heute Lehren daraus ziehen“, sagte Portisch schmunzelnd.

Die Aktualisierung der in den 1980er-Jahren entstandenen Produktion basiert auf dem jüngsten Stand der Forschung, in Zusammenarbeit mit dem Historiker Oliver Rathkolb. „Wir haben zuerst alleine die Texte der ursprünglichen Fassung gelesen“, erzählt Portisch im Gespräch mit dem KURIER, „danach haben wir uns zusammengesetzt und gesehen, dass wir beide die gleichen Textstellen hatten.“ Auf dieser Basis schrieb Portisch dann seine Zwischenmoderationen völlig neu und ergänzte andere Texte.

Technisch wurde das bestehende Material komplett remastered, aufbereitet und auf HD-Qualität hochgerechnet. An einigen Originalschauplätzen gab es zusätzliche Dreharbeiten und noch ein Zeitzeuge kam dazu.

Deren gibt es allein in der dritten Folge „Aufbruch aus dem Chaos“ viele. Darunter Otto Schenk, der erzählt, wie seine Großmutter kurz nach Kriegsende im Stadtpark beerdigt wurde. Und der spätere Kardinal Franz König, der als Kaplan in St. Pölten eine Frau vor einem russischen Soldaten rettete, indem er behauptete, sie sei seine Gattin.

Geheimaktion

In einer anderen Folge von „Österreich II“ tritt als Zeitzeuge Karl Gruber, erster Außenminister der Zweiten Republik, auf. Portisch verrät dem KURIER, dass es dabei um eine Geheimaktion der Regierung ab dem Jahr 1946 geht: „Aus Angst vor dem drohenden Putsch der Sowjets beschlossen einige Regierungsmitglieder und der Bundespräsident, die wertvollsten österreichischen Kunstschätze unter dem Deckmantel einer Ausstellung nach Zürich zu schaffen. Damit die Russen nichts kriegen.“ In der Folge sei der Koreakrieg als Auftakt zu einem Krieg in Europa eingeschätzt worden, weshalb besagte Kunstschätze auf einem US-Kriegsschiff in die USA gebracht wurden. „Auch eine künftige Exilregierung war geplant“, erzählt Portisch, „der die Einnahmen aus der Ausstellung zur Verfügung stehen sollten.“ Erst nach acht Jahren seien die Kunstschätze nach Österreich zurück gebracht worden.

Info: „Österreich II“bis 4. Jänner 2014 samstags 20.15 Uhr in ORF III, ab Herbst 2014 die Folgen 13–31. „Österreich I“ wird am 22. Oktober mit der „Goldenen DVD“ ausgezeichnet.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.