FILE PHOTO: Mass COVID-19 vaccination rollout starts in Pathum Thani

© REUTERS / ATHIT PERAWONGMETHA

Wirtschaft
06/18/2021

Astrazeneca muss weitere 50 Millionen Dosen an EU liefern

Die EU-Kommission hat Astrazeneca geklagt, weil der Hersteller viel weniger Impfstoff geliefert hat, als vertraglich zugesagt war.

Ein belgisches Gericht hat Astrazeneca verurteilt, bis Ende September 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an die EuropĂ€ische Union zu liefern. Dazu mĂŒsse ein fester Lieferplan eingehalten werden, teilte das BrĂŒsseler Gericht in erster Instanz am Freitag mit. Anderenfalls drohen Zwangsgelder. Die EU-Kommission hatte Astrazeneca verklagt, weil der Hersteller viel weniger Corona-Impfstoff geliefert hat als vertraglich zugesagt.

Eilverfahren

Bestellt waren 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bis Ende Juni. Doch gingen im ersten Quartal nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 EU-Staaten. Die Kommission verlangte per Eilverfahren Ende Mai zunÀchst rasche Lieferung der ausstehenden 90 Millionen Dosen aus dem ersten Quartal. Das Gericht gestand der EU nun zumindest die rasche Lieferung von 50 Millionen Dosen zu.

Nach der Mitteilung des Gerichts fiel das Urteil im Eilverfahren so aus: Astrazeneca muss bis 26. Juli, 9.00 Uhr, 15 Millionen Dosen liefern oder anderenfalls 10 Euro pro fehlender Dosis zahlen. Bis 23. August sind der Mitteilung des Gerichts zufolge weitere 20 Millionen Dosen fÀllig, mit derselben Strafandrohung, bis 27. September dann noch einmal 15 Millionen Dosen.

Beide Seiten sehen sich durch das Urteil gestĂ€rkt. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erklĂ€rte: "Diese Entscheidung bestĂ€rkt die Position der Kommission: Astrazeneca hat nicht die im Vertrag eingegangenen Verpflichtungen erfĂŒllt."

Andere Sicht

Astrazeneca stellte das Urteil jedoch anders da und sah seine eigene Position gestĂ€rkt. "Astrazeneca begrĂŒĂŸte heute das Urteil des Gerichts erster Instanz in BrĂŒssel", heißt es in einer Pressemitteilung.

"Der Richter hat die Lieferung von 80,2 Millionen Dosen bis 27. September 2021 angeordnet. Bis heute hat die Firma mehr als 70 Millionen Dosen an die EuropĂ€ische Union geliefert und wird bis Ende Juni 2021 erheblich ĂŒber die 80,2 Millionen Dosen kommen."

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