Wirtschaft
11.11.2017

Asamer hofft nach Ärger mit dem Kies-Geschäft auf ruhigere Zeiten

Die Asamer Baustoffe AG schrieb trotz hoher Abschreibungen 2016 einen Gewinn.

Die Asamer Baustoffe AG (ABAG) hat sich von ihrer Asamer Kies- und Betonwerke (AKB) getrennt und stieg damit aus dem Kies-Geschäft aus. Der Umsatz der ABAG ging deshalb im Vorjahr von 152,9 Millionen Euro auf 91,8 Millionen Euro zurück. "Der Verkauf erfolgte auf einem für Käufer und Verkäufer sinnvollen Business Case, hat aber kein Gesundschrumpfen als Hintergrund", sagt ABAG-Vorstand Harald Fritsch.

Die AKB schrieben allerdings seit 2009 fast ausschließlich Verluste in nicht unbeträchtlichem Ausmaß und blieben auch 2016 wegen starker Mitbewerber und schwacher Konjunktur hinter den Erwartungen.

Die AKB gingen an ein Konsortium rund um die ehemaligen Asamer-Eigentümer, die Brüder Manfred, Kurt und Andreas Asamer. Dem ABAG-Konzern bescherte der Verkauf Abschreibungen in Höhe von 9,5 Millionen Euro. Dennoch gelang den Oberösterreichern im 2016 ein Gewinn von 7,4 Millionen Euro, weil sich die verbleibenden Hauptgesellschaften TB (Transportbeton), CEMMAC und FCL (Zementwerke) positiv entwickelten.

Für 2017 und 2018 geht das Unternehmen von einer stabilen und profitablen Entwicklung aus. "Die Branche insgesamt bewegt sich auf einem stabilen Niveau. Wir erwarten keine wesentlichen Veränderungen", sagt Fritsch.

Frühere Turbulenzen

Die Asamer Baustoffe AG (ABAG) entstand 2014, als Beteiligungen des profitablen Kerngeschäfts der in Turbulenzen geratenen Asamer Holding AG erworben wurden. Insgesamt wurden 24 Unternehmen, die vor allem in den Bereichen Stein, Kies, Beton und Zement tätig sind, übernommen.

Der Vorgänger-Konzern, die Asamer Holding, hatte in seinen besten Zeiten rund 5300 Mitarbeiter an mehr als 140 Standorten und setzte pro Jahr 452 Millionen Euro um. Der Einbruch des Ostgeschäftes und der Stillstand von drei Zementwerken in Libyen wegen der dortigen bewaffneten Auseinandersetzungen brachten das Unternehmen in Schieflage. Zuletzt entstand ein Jahresverlust von 90 Millionen Euro, außerdem waren mehrere Hundert Millionen Euro Schulden angehäuft worden.

Seit 2014 wird ein Plan zur Rettung des Unternehmens mit Refinanzierung und Restrukturierung und der Beschränkung auf die Kernbereiche verfolgt. Um das zu erreichen, wurden unter anderem die angeschlagenen und die gesunden Unternehmensteile getrennt.

Die ABAG hat heute zwölf Unternehmen mit insgesamt rund 500 Mitarbeitern in den Kernländern Österreich, Slowakei und Bosnien sowie den angrenzenden Märkten.