Wirtschaft
13.09.2018

Arbeitsstiftung für bis zu 4000 arbeitslose Trainer geplant

Gewerkschaft fürchtet Kahlschlag bei AMS-Schulungen und ruft am Freitag zur Demo gegen die geplanten Kürzungen auf.

Die Gewerkschaft GPA-djp macht mobil gegen die geplanten Einsparungen und Umschichtungen beim Arbeitsmarktservice ( AMS). Weil viele Schulungen und Beschäftigungsprojekte ab Herbst nicht mehr stattfinden, könnten bis zu 4000 Trainer und Sozialarbeiter im AMS-Umfeld ihre Jobs verlieren. Für sie soll eine eigene Arbeitsstiftung eingerichtet werden, sagte GPA-djp-Geschäftsführer Karl Dürtscher bei einem Hintergrundgespräch. Die Stiftung soll bei der Suche nach einem neuen Job helfen und Qualifizierungen anbieten.

Österreichweit gibt es derzeit rund 9000 Trainer bei privaten Bildungseinrichtungen. Gefährdet sind aber nicht nur Trainerjobs, sondern auch bis zu 6000 Arbeitsplätze bei Sozialunternehmen ("zweiter Arbeitsmarkt"), wie Judith Pühringer, Geschäftsführerin des Sozialunternehmen-Netzwerks "arbeit plus" ausführte. "In Oberösterreich müssen die Sozialunternehmen bereits 20 Prozent ihres Budgets einsparen, das trifft vor allem kleinere Projekte am Land", so Pühringer.

Bei geförderten Sozialunternehmen kommen vor allem Langzeitarbeitslose unter, die nur wieder schwer einen Job finden. "Die gute Konjunktur hilft dieser Gruppe kaum, es gibt heute dreimal so viele Langzeitarbeitslose wie noch im Jahr 2008", gibt Pühringer zu Bedenken.  Einsparungen gerade in diesem Bereich seien daher konktraproduktiv. 

AMS-Budget  noch offen

Heute, Donnerstag, tritt der Verwaltungsrat des Arbeitsmarktservice (AMS) zusammen. Ursprünglich sollte bei dieser Sitzung das Budget für 2019 fixiert werden, Dürtscher erwartet eine Entscheidung erst im November. Noch unklar ist, ob die Arbeitsmarktrücklage im Ausmaß von 200 Mio. Euro aufgelöst wird. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein ( FPÖ) hatte zu Jahresbeginn angekündigt, den Ausgabenrahmen des AMS zu kürzen, zumal die Arbeitslosigkeit sinkt. Möglich ist auch, dass die Rücklage für bestimmte, von der Regierung bestimmte Maßnahmen "zweckgewidmet" wird.

Ohne  Arbeitsmarktrücklage stehen dem AMS im kommenden Jahr 1,05 Mrd. Euro anstatt 1,25 Mrd. Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik, also Schulungen und Beschäftigungsmaßnahmen,  zur Verfügung. Für kommende Woche ist ein Jobgipfel mit den Sozialpartnern geplant. Dort sollen weitere Schwerpunkte gesetzt werden, um vor allem  junge Arbeitslose in Beschäftigung zu bringen. Um die Langzeitarbeitslosigkeit zu senken, plant die Regierung bekanntlich die Abschaffung der Notstandshilfe. Diese Maßnahme würde die soziale Lage vieler Arbeitsloser massiv verschlechtern, sagt Pühringer.

Gegen Kürzungen beim AMS ruft die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) für morgen (Freitag) zu einer Demonstration vor dem Sozialministerium in Wien auf.

AMS-Förderbudget