Arbeitslosig­keit: Höchster Anstieg bei Akademikern

"In keinem Land ist der Studienzugang freier als i
Foto: APA/Thomas Unterberger Job-Wettbewerb unter Akademikern wird härter

Ende Februar waren 30.000 Uni-Absolventen auf Jobsuche. In Wien wird die Lehrstellenförderung ausgeweitet.

Der Trend zur Höherqualifizierung spiegelt sich immer mehr in der heimischen Arbeitslosenstatistik. Ein Studium ist kein Job-Garant mehr. Während die Zahl der Jobsuchenden mit geringer oder mittlerer Ausbildung rückläufig ist, steigt sie bei den höheren Qualifikationen stark an. Ende Februar waren beim AMS insgesamt 24.500 Akademiker als arbeitslos gemeldet, um 1139 bzw. 4,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Inklusive Schulungsteilnehmern waren es knapp 30.000.

Den stärksten Zuwachs gab es mit 18 Prozent bei den Bachelor-Abschlüssen. Mit 2400 Arbeitslosen haben die Bachelor bereits die FH-Abosolventen überholt.

Ein Plus von 4,7 Prozent auf 37.500 Betroffene gab es bei den Maturanten. Auffallend: Beinahe der Hälfte der Jobsuchenden sind AHS-Maturanten. Auch wenn die Akademiker-Arbeitslosigkeit wegen des verschärften Wettbewerbs stark steigt, so ist die Quote mit vier Prozent nach wie vor vergleichsweise niedrig. Bei den AHS-Maturanten beträgt sie 6,7 Prozent.

Lehrstellenförderung

Mehr Sorgen bereiten dem AMS die Bildungsdefizite. Rund 45 Prozent der Arbeitslosen haben lediglich Pflichtschulbildung, mehr als ein Drittel verfügt höchstens über einen Lehrabschluss. "Ein Lehrabschluss reduziert das Risiko der Arbeitslosigkeit um zwei Drittel", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. Um es Unternehmen leichter zu machen, Lehrlinge auszubilden, erhöht das Wiener AMS die Lehrstellen-Förderung vor allem für über 18-Jährige mit Qualifikationsmängeln und weitet die Bezugsdauer aus: Ausbildungsbetriebe werden für bis zu drei Jahre mit monatlich 400 Euro unterstützt, bei erhöhter Lehrlingsentschädigung mit 755 Euro. Bisher waren es 200 Euro (bzw. 604 Euro) für höchstens ein Jahr. Mit der Maßnahme sollen wieder mehr Lehrstellen bei Wiener Betrieben geschaffen werden, zuletzt war die Zahl stark rückläufig. Wegen des Geburtenrückgangs hat sich die Jugendarbeitslosigkeit jedoch zuletzt etwas entspannt.

Mehr Jobs

Noch ganz ohne Beschäftigungs-Bonus meldeten die Betriebe im Februar wieder deutlich mehr offene Stellen – im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel auf 49.000. Von der leicht anziehenden Konjunktur profitieren derzeit vor allem Männer in der Industrie und in der Baubranche, während die Situation bei den Älteren, Menschen mit Behinderung sowie Ausländern weiterhin angespannt bleibt. In Summe waren zum Monatsende inklusive der Schulungsteilnehmer 475.786 Personen beim AMS arbeitslos gemeldet, quasi eine Stagnation gegenüber dem Vorjahr.

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(kurier) Erstellt am
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