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Siri AI: Apple präsentiert neue KI-Funktionen für iPhones

Apple startet einen neuen Anlauf und stattet die iPhones mit Künstlicher Intelligenz aus. In der EU muss man sich gedulden.
Florian Christof aus Cupertino, Kalifornien
Apple Worldwide Developers Conference in Cupertino

Zusammenfassung

  • Apple stellt auf der WWDC neue KI-Funktionen und eine überarbeitete Siri AI für iPhones, iPads und Macs vor.
  • Die neuen KI-Features, darunter eine personalisierte Siri, sind vorerst nicht in der EU verfügbar, da Wettbewerbsregeln den Datenschutz gefährden könnten.
  • Tim Cook hielt seine letzte große Keynote als Apple-CEO, bevor er im September an John Ternus übergibt.

In der Hauptzentrale im Silicon Valley hat Apple den Startschuss für die alljährliche Entwicklerkonferenz WWDC gegeben. Bei der Keynote zur WWDC präsentierte das Unternehmen am Montagabend die neuen Funktionen, die mit den anstehenden Betriebssystemen auf die iPhones, iPads und Mac-Computer kommen. 

Im Herbst werden dann die neuen Versionen - iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 - mit dem Marktstart der neuen iPhones auf den Apple-Geräten verfügbar werden. Bis dahin haben nun die App-Entwickler Zeit, ihre Anwendungen an die neuen Betriebssystemversionen anzupassen. Für iPhone-Nutzerinnen und -Nutzer in den EU-Ländern gibt es leider schlechte Nachrichten.

KI im Mittelpunkt

Wenig überraschend und vorab bereits erwartet, liegt der Fokus bei Apple in diesem Jahr voll und ganz auf Künstlicher Intelligenz. Nachdem das Unternehmen 2024 bereits derartige Funktionen vorgestellt hatte, konnten die Versprechungen von "Apple Intelligence" nicht gehalten werden. Nun startet der iPhone-Hersteller einen neuen Anlauf.

Siri AI

Siri AI hat auch ein neues Design erhalten.

Siri AI soll wissen, was man will

Herzstück der neuen KI-Funktionen ist die vollständig überarbeitete Siri. Die Sprachassistentin, die fortan Siri AI genannt wird, hat dafür erstmals eine eigene App erhalten. Die Anwendung erinnert zunächst stark an Google Gemini oder ChatGPT. Auch wenn Siri AI dadurch zu einem weiteren KI-Chatbot wird, will sich Apple durch eine stärkere Personalisierung von der Konkurrenz unterscheiden.

Die aufgemöbelte Sprachassistentin soll etwa erkennen, was die Nutzerinnen und Nutzer gerade benötigen und wie sie dabei unterstützt werden können. Siri soll demnach in der Lage sein, den Kontext der jeweiligen Situationen zu erkennen und von sich aus Sachen zu empfehlen und vorzuschlagen. 

Erhält man etwa eine Nachricht von einem Freund, in der man an ein anstehendes Treffen erinnert wird, schlägt Siri AI vor, eine entsprechende Erinnerung zu programmieren. Wenn man einen Kalendereintrag erstellt, braucht man künftig einfach nur in natürlicher Sprache angeben, um welchen Kalendereintrag es sich handeln soll - beispielsweise "Dienstag um 4 Uhr auf einen Kaffee mit Elena im Café Magic".  Siri AI sucht sich aus diesen Angaben die notwendigen Informationen und erstellt einen passenden Eintrag. 

Siri AI

Siri AI kann Kalendereinträge erstellen.

Vorerst nicht in der EU verfügbar

Notwendig dafür ist, dass Siri AI Zugriff auf nahezu alle persönlichen Daten hat. Das sei aber kein Problem, so Apple, denn die allermeisten Vorgänge werden direkt auf dem Gerät verarbeitet. Nur wenn es bei aufwändigeren KI-Funktionen absolut notwendig ist, werden Daten in ein Rechenzentrum übertragen. In diesem Fall wird Apple auf seine "Private Cloud Compute"-Technologie setzen, mit der hohe Privatsphäre-Standards eingehalten werden können. 

Vorerst werden aber weder die neue KI-Siri noch andere neue KI-Funktionen in der EU verfügbar sein. "Wir sind sehr enttäuscht, dass unsere Nutzerinnen und Nutzer in der EU Siri AI auf dem iPhone oder iPad nicht nutzen können, wenn wir unsere neuen Softwareversionen später in diesem Jahr veröffentlichen", sagt Craig Federighi, Senior Vice President of Software Engineering bei Apple in einer Aussendung. 

Die EU stößt sich aber gar nicht an möglichen Datenschutzkonflikten, wie Apple schreibt. Vielmehr geht es darum, dass die EU-Wettbewerbsgesetze von Apple verlangen, alle KI-Assistenten auf den iPhones gleichberechtigt zu behandeln. Das würde bedeuten, dass auch alle anderen KI-Systeme ebenso auf alle privaten Nachrichten, Kalendereinträge, Mails usw. zugreifen könnten. Dadurch könne aber der Datenschutz nicht mehr gewährleistet werden, heißt es von Apple. Also entschied man sich, in der EU auf Siri AI vorerst zu verzichten.  

Apple-CEO Tim Cook bei seinem letzten großen Auftritt auf der WWDC 2026

Apple-CEO Tim Cook bei seinem letzten großen Auftritt

Letzter Auftritt von Tim Cook

Mit Spannung erwartet wurde auch der Auftritt von Apple-CEO Tim Cook. Die Keynote der WWDC war nämlich seine letzte große Show als Chef des iPhone-Herstellers. Am 1. September wird er das Ruder an seinen Nachfolger John Ternus übergeben. 

Zu einer symbolischen Staffelübergabe ist es nicht gekommen. Cook hat sich zu Beginn des Events lediglich mit emotionalen Dankesworten an das Publikum gewandt. Auch wenn Ternus nicht auf der Bühne zugegen war, genoss er am Vorabend ein Bad in der Menge und mischte sich unter die angereisten Journalisten, Blogger und Influencer.

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