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Aktionäre
08/27/2013

Rasinger: "Wiener Börse muss dringend ihr Angebot erweitern"

Leichteren Zugang zum Kapitalmarkt für Familienfirmen und eine aktivere ÖIAG fordert der Vertreter der Kleinaktionäre, Wilhelm Rasinger.

von Irmgard Kischko

An der Wiener Börse fehlt der frische Wind: Kleinaktionäre haben sich fast zur Gänze verabschiedet, der Handel wird großteils von ausländischen Banken oder Versicherungen dominiert. Wilhelm Rasinger, Präsident des heimischen Interessensverbandes der Kleinaktionäre (IVA), stellt dem Wiener Kapitalmarkt derzeit kein gutes Zeugnis aus.

„Die Börse muss dringend ihr Angebot erweitern und damit wieder das Interesse der Privatanleger für den Kapitalmarkt wecken“, sagt er im Gespräch mit dem KURIER. Sein Vorschlag: Österreichische Familienunternehmen zum Börsegang zu animieren. Damit dies gelinge, müsste die Börse allerdings an der Innovationsschraube drehen. So sollte sie für Familienunternehmen ein neues Marktsegment schaffen, in dem nicht täglich, sondern zum Beispiel nur wöchentlich der Börsenkurs festgesetzt wird. „Das reduziert die psychologische Hemmschwelle für diese Unternehmer, die mit einem Börsegang extreme Schwankungen der Kurse befürchten. Zudem wird die Angst, gegen Veröffentlichungs-Vorschriften zu verstoßen, reduziert“, begründet der Kleinaktionärs-Vertreter seinen Vorstoß. Die österreichischen Privatanleger würden so ein Börse-Segment durchaus goutieren, meint er. Die heimischen Aktionäre seien treu und würden vor allem von Unternehmen, die sie kennen, Aktien kaufen.

Staatsfirmen

Zur Belebung der Börse könnte nach Meinung Rasingers auch die staatliche Industrieholding ÖIAG beitragen. Wenn diese nicht so passiv wie jetzt einfach ihre drei Beteiligungen – Telekom, Post und OMV – verwalten, sondern aktiv durch Zukäufe und auch Verkäufe über die Börse agieren würde, wäre das durchaus ein Gewinn für die Börse. Bei der Post etwa schlägt Rasinger vor, dass die ÖIAG ihren Anteil auf 30 Prozent reduziert.

Bei der Telekom hält er eine größere Umstrukturierung für angebracht. Zum einen eine Kapitalerhöhung, bei der auch die ÖIAG mitziehe, damit das Unternehmen Luft zum Investieren bekomme; zum anderen sei zu überlegen, ob die Telekom ihre Beteiligungen in Weißrussland oder Bulgarien wirklich brauche. „Damit sollte sich die ÖIAG aktiv beschäftigen“, sagt Rasinger. Und schließlich sollte die Politik die Mitarbeiterbeteiligung an Börse notierten Unternehmen fördern.

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